Aktuelles

23. Mai 2015

CDU-Abgeordnete legen Gesetz für absolutes Verbot jeder Suizidhilfe vor

Radikal: Der CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg will  jede Hilfe zum Suizid, den Versuch sowie die "Anstiftung" dazu mit bis zu 5 Jahren Haft bestraft sehen

BERLIN taz | In der Debatte um eine gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe in Deutschland gibt es nun einen ersten konkreten Gesetzentwurf. Verfasst haben ihn die CDU-Politiker Patrick Sensburg und Thomas Dörflinger, und was sie fordern, kommt einem Paradigmenwechsel in der Suizidhilfe gleich: Bislang ist die Hilfe zur Selbsttötung in Deutschland legal, wie auch der Suizid selbst. Doch nach dem Willen der beiden soll „mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft“ werden soll künftig, wer anderen Menschen dabei hilft, sich selbst zu töten. Auch der bloße „Versuch“ dieser Beihilfe soll strafbar sein....  Quelle: http://www.taz.de/!160361/

Aufruf zur Gegenwehr hier:

http://www.patientenverfuegung.de/newsletter/2015-05-22/absolutes-suizidhilfeverbot-wie-in-oesterreich-aufruf-zur-gegenwehr

 

 

13. Mai 2015

Sterben - wovor haben die Menschen Angst? Am meisten vor einem langen Sterbeprozess

Am 12. Mai 2015 wurde eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgestellt. Ziel war es, die Gründe für die in Umfragen immer wieder deutliche Mehrheit der Befürworter von Sterbe- und Suizidhilfe zu erforschen.

Eine zukünftige Legalisierung von ärztlich assistiertem Suizid setze Menschen unter Druck, ihr Leben vorzeitig zu beenden - diese Voraussage werde durch die Ergebnisse bestätigt. Das meint zumindest der Leiter des SI, Gerhard Wegner. Abgesehen von der falsch dargestellten Voraussetzung (assistierte Suizidhilfe ist ja heute legal), stellt sich die Frage, wie diese auch von der EKD geteilte Einschätzung aus den Daten ersichtlich sein soll. „Zwar spielt der Wunsch nach Selbstbestimmung bei den Befürwortern der Sterbehilfe offensichtlich eine gewichtige Rolle“, hieß es in einer Presseerklärung, „im Hintergrund steht aber eine Vielzahl an unterschiedlichen Ängsten.“

Bei Fragen nach den Ängsten im Blick auf das eigene Sterben zeigte sich, dass Ängste vor einem langen Sterbeprozess (61,8 Prozent) vor starken Schmerzen oder schwerer Atemnot (60,1 Prozent) am weitesten verbreitet sind. Hierzu zählt auch die Sorge, den eigenen Angehörigen zur Last zu fallen (53,8 Prozent). Die Ängste vor dem eigenen Sterben sinken in der Gruppe der mindestens 80-Jährigen.

http://www.ekd.de/presse/presse_archiv_2015.html, Eintrag vom 12. Mai 2015

Zur Studie: http://www.ekd.de/download/150512_Ergebnisse_Umfrage_zum_Sterben.pdf

 

 

16. April 2015

FAZ-Beitrag: "Du darfst" - Suizidhilfe soll so bleiben wie sie seit 1851 in Preußen ist"

Es gibt keinen Grund, die Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe zu stellen

Beitrag in der FAZ von Prof. Thomas Hillenkamp

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>> Seit 1813 verzichtet Bayern, seit 1851 Preußen für die Selbsttötung auf jede Sanktion. Auch ihre Veranlassung oder Unterstützung wird straffrei. Die gegenteilige Entscheidung Sachsens und Badens setzt sich 1871 nicht durch. Der Reichsstrafgesetzgeber entscheidet sich für Straffreiheit. Dabei ist es bis heute geblieben. Auch die NS-Zeit, die den Suizid als Feigheit und Pflichtverletzung gegen den Staat einstufte, beließ es bei ihr. Wer mit den „Christdemokraten für das Leben“ oder dem von Borasio, Jox, Taupitz und Wiesing vorgelegten Expertenentwurf die Beihilfe zur Selbsttötung und die Werbung für sie in das Strafgesetz einrücken will, bricht folglich mit einer langen Tradition. ... <<

Weiter: http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/sterbehilfe-du-darfst-sterbehilfe-soll-bleiben-wie-sie-ist-13540044-p2.html

 

Auch PD Dr. Meinolfus Strätling verurteilt den Entwurf von Borasio, Taupitz u.a. auf das Entschiedenste:Dr. Meinolfus Strätling, Lübeck

 

>> Innerhalb des Spektrums der bisherigen Debatte waren die Mitglieder des Teams um Prof. Borasio bisher eher mit relativ „verständnisvollen“ und „liberalen“ Stellungnahmen in Erscheinung getreten. Umso bemerkenswerter ist, dass ihr Vorschlag jetzt sogar noch weiter hinter bestehendes Recht zurückfällt, als der bisher weitreichendste und schärfste „Verbotsentwurf“ der Dt. Stiftung Patintenschutz" ... Die praktischen Auswirkungen des Gesetzentwurfs von Borasio et al. wären - würden sie jemals Gesetz – verheerend für die Rechtssicherheit aller Beteiligten und für einen differenzierten und verantwortungsbewussten Umgang mit Selbstbestimmung am Lebensende in einer pluralistischen, liberalen Gesellschaft. <<

 Vollständiger Beitrag von Strätling siehe:  pd-dr-straetling-stellungnahme-zum-gesetzentwurf-von-borasio-jox-taupitz-wiesing 

 

 

 

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