Aktuelles

16. April 2015

FAZ-Beitrag: "Du darfst" - Suizidhilfe soll so bleiben wie sie seit 1851 in Preußen ist"

Es gibt keinen Grund, die Beihilfe zur Selbsttötung unter Strafe zu stellen

Beitrag in der FAZ von Prof. Thomas Hillenkamp

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>> Seit 1813 verzichtet Bayern, seit 1851 Preußen für die Selbsttötung auf jede Sanktion. Auch ihre Veranlassung oder Unterstützung wird straffrei. Die gegenteilige Entscheidung Sachsens und Badens setzt sich 1871 nicht durch. Der Reichsstrafgesetzgeber entscheidet sich für Straffreiheit. Dabei ist es bis heute geblieben. Auch die NS-Zeit, die den Suizid als Feigheit und Pflichtverletzung gegen den Staat einstufte, beließ es bei ihr. Wer mit den „Christdemokraten für das Leben“ oder dem von Borasio, Jox, Taupitz und Wiesing vorgelegten Expertenentwurf die Beihilfe zur Selbsttötung und die Werbung für sie in das Strafgesetz einrücken will, bricht folglich mit einer langen Tradition. ... <<

Weiter: http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/sterbehilfe-du-darfst-sterbehilfe-soll-bleiben-wie-sie-ist-13540044-p2.html

Auch PD Dr. Meinolfus Strätling verurteilt den Entwurf von Borasio, Taupitz u.a. auf das Entschiedenste:

>> Innerhalb des Spektrums der bisherigen Debatte waren die Mitglieder des Teams um Prof. Borasio bisher eher mit relativ „verständnisvollen“ und „liberalen“ Stellungnahmen in Erscheinung getreten. Umso bemerkenswerter ist, dass ihr Vorschlag jetzt sogar noch weiter hinter bestehendes Recht zurückfällt, als der bisher weitreichendste und schärfste „Verbotsentwurf“ der Dt. Stiftung Patintenschutz" ... Die praktischen Auswirkungen des Gesetzentwurfs von Borasio et al. wären - würden sie jemals Gesetz – verheerend für die Rechtssicherheit aller Beteiligten und für einen differenzierten und verantwortungsbewussten Umgang mit Selbstbestimmung am Lebensende in einer pluralistischen, liberalen Gesellschaft. <<

 

 

 

 

 

24. Februar 2015

Düsseldorf, 26. Februar: Veranstaltung "Mein Ende gehört mir"

Düsseldorf:  Mein Ende gehört mir. Für das Recht auf assistierten Suizid

Wann: Do, 26. Februar, 20:00 – 22:00

Wo:  40225 Düsseldorf Jazz-Schmiede/ Himmelgeisterstr. 107g (Karte)

  • Prof. Dr. Dieter Birnbacher, Philosoph, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben, Mitglied der Ethikkommission der Bundesärztekammer
  • Elke Baezner, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für humanes Sterben
  • Ingrid Matthäus-Maier Politikerin, Juristin, Beirätin der Giordano-Bruno-Stiftung
  • Erwin Kress Präsident des HVD-NRW, Humanistischer Verband Deutschlands
  • PD Dr. Marcus Schlemmer, Chefarzt der Palliativstation München

Moderation: Dr. Michael Schmidt-Salomon Philosoph, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung

Eintritt: 10,-/ 7,-

(Die drei fettgedruckten Orgnisationen sind Mitglied im humanistischen Bündnis "www.mein-ende-gehoert-mir.de", zudem läd als weiteres Mitglied der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten zu der Veranstaltung ein.)

Mehr siehe dghs.de/veranstaltungen

 

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1. Dezember 2014

Dt, Ethikrat: Suizidhilfe soll erlaubt bleiben - kein Handlungsbedarf im Strafrecht

Der Deutsche Ethikrat will nach den Worten seiner Vorsitzenden Christiane Woopen keine neuen strafrechtlichen Regeln für den Suizid. „Insgesamt halten wir den Freiheitsgrundsatz, der in Deutschland mit Blick auf den Suizid gilt, für eine sehr gute Lösung: Weil der Suizid nicht strafbar ist, ist auch die Beihilfe zu einem - frei verantworteten - Suizid nicht strafbar“, sagte Woopen dem Köllner Stadtanzeiger.

  Prof. Christiane Woopen (51), Vorsitzende des Deutschen Ethikrats

Im Parlament fordern mehrere Gruppen fraktionsübergreifend ein Verbot von Organisationen, die Hilfe bei der Selbsttötung anbieten.  Außerdem gibt es den Vorschlag, Ärzten den assistierten Suizid zu erlauben, was derzeit im Standesrecht der Mediziner nicht vorgesehen ist.

Wir sehen keine gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, die dringend einer strafrechtlichen Regulierung durch den Gesetzgeber bedürften“, betonte Woopen. Organisierte Suizidhilfe bringe zwar unnötige Gefahren mit sich. Der Staat müsse „nicht sein schärfstes Schwert, das Strafrecht, schwingen“, um Missbrauch vorzubeugen. Alternativen müssten im Detail noch geprüft werden.  „Aber in der existenziellen Ausnahmesituation, in der ein kranker Mensch seinem Leben ein Ende setzen möchte, sollte ein Arzt ihm helfend zur Seite stehen können – nicht im Rahmen einer gesetzlichen Norm, sondern der Gewissensentscheidung“, sagte Woopen. Sie appellierte an die Bundesärztekammer, diese beim assistierten Suizid künftig zu akzeptieren. Quelle und mehr:

http://www.ksta.de/politik/einschaetzung-des-ethikrats-suizid-hilfe-soll-straffrei-bleiben,15187246,29183848.html

 

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