1. Januar 2008
Quelle: www.palliative.ch/uni_pdf/prm_de20071218.pdf
Kurze Anmerkung (L. Barth): Erkennbar in dem Bemühen, dem Geschäftsgebaren der Sterbehilfe-Organisation Dignitas eine neue Strategie entgegenzusetzen, plädiert die Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung für "swiss end of life care" als einen neuen Qualitätsstandard. Dies dürfte bei den deutschen Kollegen auf Wohlgefallen stoßen, erklären doch gerade die bundesdeutschen Palliativmediziner den ärztlich begleiteten freiverantwortlichen Suizid als ein "unmoralisches Angebot", welcher aber im Kern nicht allzu unmoralisch ist! Lediglich eine moralisierende Betrachtungsweise eröffnet ein solches Votum, insbesondere wenn es manchen Palliativmediziner ganz aktuell auch darum gehen dürfte, den "Sterbewillen" in einen "Lebenswillen" zu ändern. Dies erscheint ohne einen gewissen moralischen Druck kaum leistbar und hier bahnt sich über die Grenzen Deutschlands hinweg eine Koalition der palliativmedizinischen Grundwerte anzubahnen, die gleichsam "höhere sittliche Werte" revitalisieren, um dem Selbstbestimmungsrecht ethische Schranken ziehen zu können. Keine gute Aussichten für das Jahr 2008, in dem der bundesdeutsche Gesetzgeber vor hat, die Rechtsfragen rund um ein Patientenverfügungs-Gesetz zu regeln."
Quelle: openpr.de
Der PV-Newsletter patientenverfuegung.de bewertet den Vorstoß der Schweizer Palliativmediziner freundlicher:
"… AUSBLICK AUF 2008: Palliative Care soll einforderbar werden wie Suizidhilfe
Um den Begriff "Palliative Care" so bekannt zu machen wie Dignitas, lanciert die Schweizerische Gesellschaft für palliative Medizin, Pflege und Begleitung eine nationale Koalition. Diese trägt den Titel «Swiss end of life care» und soll die Qualität der Betreuung – im Spital, Pflegeheim oder zu Hause – sicherstellen. Dabei wollen die Initiatoren eine verlässliche Alternative zur Suizidbeihilfe anbieten, ohne sich dabei – wie das in Deutschland leider üblich ist – grundsätzlich gegen diese zu positionieren. Im Gegenteil gehöre, so die Schweizer Palliativmediziner, diese Möglichkeit "auch zur Selbstbestimmung dazu."
Quelle: www.nzz.ch/nachrichten