10. Februar 2009
Nach dem unerwartet schnellen Sterben der Komapatientin Eluana Englaro an Organversagen eskaliert in Italien der Streit um die Sterbehilfe. V.a. Katholiken und Liberale stehen sich unversöhnlich gegenüber. Premier Silvio Berlusconi kündigte ein Gesetz an. Siehe: www.stern.de . Obduktion ergab: Sterben wurde nicht "beschleunigt": http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3941&Alias=wzo&cob=396617
8. Februar 2009
21. Januar 2009
1.) Der Beitrag vom 21.1. über den Fall Günther Marquardt hier. Der Arzt, der seine Patientenverfügung (PV) missachtet hatte, machte sich laut Berliner Staatsanwaltschaft der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig: http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1402374?pageId=487890&moduleId=435054
2.) Kommentar zum Fall und was das neue PV-Gesetz bringen soll. Gita Neumann von der Bundeszentralstelle PV des Humanistischen Verbandes Berlin als Studiogast: http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1403048?pageId=487890&moduleId=435054
3.) Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zeigt sich am 21.1. im Interview zuversichtlich, dass es bald zu einem Kompromiss kommen wird. http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1402424?pageId=487890&moduleId=435054
Berlin. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) fordert die Politik nachdrücklich auf, nach fast 5 jähriger öffentlich ausgetragener Debatte endlich die schon bestehende Rechtlage in Gesetzesform zu normieren. Dies sei nach Auffassung des HVD am besten durch den bereits im Bundestag eingebrachten Entwurf von Stünker u. a. gewährleistet. Von diesem lasse weiche der Entwurf von Zöller/Faust lediglich in Akzenten ab. Entschieden abzulehnen sei hingegen der Reglementierungsversuche von Bosbach, Röspel und Karin Göhring-Eckardt. Es stünden sich demzufolge nicht drei Entwürfe gegenüber, sondern zwei unvereinbare Grundkonzepte im Umgang mit der Patientenautonomie.
9. Januar 2009
Schweiz: Unbelehrbare Lebensschutz-Ethikerin verleumdet Pflegeheim bezüglich angeblicher Sterbehilfe: Verurteilt http://www.zo-online.ch/Sterbehilfe-Vorwurf-nichtig
In Luxemburg wurden gleichzeitig ein Gesetz zur Palliativversorgung sowie zur Sterbehilfe eingeführt. Die Umsetzung dieser Kombination, mahnte Erzbischof Franck, verlange «hohe moralische Verantwortung»: http://www.hwelt.de/c/content/view/3063/1/
Großbritannien: Die Fernsehdokumentation über „Das Recht zu Sterben" wurde am 10.12.08 in England ausgestrahlt. Sie zeigt den begleiteten Suizid des unheilbar kranken Informatikprofessor Craig Ewerts. Ein Filmausschnitt ist hier zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=XlD7mjLEjB8In der Schweiz kommt der Fall des verurteilten Suizidhelfers Peter Baumann (74) vors Bundesgericht: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz
Italien: Neuer "Hirnschrittmacher"-Chip bei Dauerkoma contra Sterbenlassen? http://www.20min.ch/newsSchweiz: Fühlen sich Anwohner durch Sterbebegleitung bei Suizidwilligen verletzt? http://www.20min.ch/news/zuerich
Unterschriftssammlung von EXIT: Subventionierte Pflegeheime sollen Suizidhilfe in ihren Räumen zulassen müssen: http://www.kipa-apic.ch
20. Dezember 2008
Luxemburg ist das dritte Nachbarland Deutschlands, in welchem die Tötung auf Verlangen eines Schwerstkranken in bestimmten Fällen nicht länger unter Strafe steht. Das Gesetzt ist kombiniert mit einem zur palliativen Versorgung und Karenz (Arbeitsfreistellung) von Angehörigen für die Zeit der Sterbebegleitug.
Begründung: Die Palliativversorgung ist vorrangig, stößt aber auch an Grenzen. So ist nicht jeder Patient selbst bei optimaler Palliativmedizin schmerzfrei zu stellen und nicht jeder Schwerstleidende ist überhaupt ein Palliativpatient (z. B. Hochbetagte, die nicht Krebspatienten oder Sterbende, sondern Schwerstpflegebedürftige sind). Bis zuletzt hatten sich kirchliche Gegner, unterstützt durch den Papst, gegen diese (von vielen Menschen auch in Deutschland besonders begrüßte) Kombination von Sterbehilfe und Sterbebegleitung gewehrt. Hintergrund siehe: Sterbehilfe als Kulturkampfthema in Luxemburg