Aktuelle Infos

10. Februar 2009

Glaubenskrieg nach Tod italienischer Komapatientin - Tumulte vor Klinik - Politikum

Nach dem unerwartet schnellen Sterben der Komapatientin Eluana Englaro an Organversagen eskaliert in Italien der Streit um die Sterbehilfe. V.a. Katholiken und Liberale stehen sich unversöhnlich gegenüber. Premier Silvio Berlusconi kündigte ein Gesetz an. Siehe: www.stern.de . Obduktion ergab: Sterben wurde nicht "beschleunigt":  http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3941&Alias=wzo&cob=396617

 

8. Februar 2009

Suizidhilfe-Verbot für Kusch bestätigt / Unruhen in Italien um Komapatientin

Keine Suizidhilfe mehr leisten darf - zumindest vorerst - Roger Kusch, der ehemalige CDU-Politik. Das Hamburger Verwaltungsgericht hat jetzt ein entsprechendes, von der Innenbehörde der Hansestadt im November 08 ausgesprochenes Verbot bestätigt. 
Presseerklärung des Gerichtes mit AZ: 
www.jurion.de
 
Das Thema "ärztlich assistierte Suizidhilfe" (u. U. als Alternative zur „Dienstleistung" durch medizinische Laien), hatte am 22. Januar 2009 den Deutschen Ethikrat entzweit. Siehe: http://www.patientenverfuegung.de/info-datenbank
In Italien fast aufruhrähnliche Konfrontationen: Sterbehilfe für italienische Komapatientin spaltet Italien - Berlusconi hat  Eilverordnung "zur Rettung eines Menschenlebens" erlassen - drohende Verfassungskrise - Polizeischutz in Klinik - massive Proteste von beiden Seiten. Siehe: http://www.bernerzeitung.ch/Lang-lebe-Eluana--Stoppt-Berlusconi und „Kampf um Komapatientin": http://www.spiegel.de/panorama

21. Januar 2009

Heute PV-Gesetzdebatte im Bundestag / Aus ARD-Morgenmagazin: 3 Filmbeiträge vom Tage

1.) Der Beitrag vom 21.1. über den Fall Günther Marquardt hier. Der Arzt, der seine Patientenverfügung (PV) missachtet hatte, machte sich laut Berliner Staatsanwaltschaft der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig: http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1402374?pageId=487890&moduleId=435054

2.) Kommentar zum Fall und was das neue PV-Gesetz bringen soll. Gita Neumann von der Bundeszentralstelle PV des Humanistischen Verbandes Berlin als Studiogast: http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1403048?pageId=487890&moduleId=435054

3.) Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zeigt sich am 21.1. im Interview zuversichtlich, dass es bald zu einem Kompromiss kommen wird. http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/1402424?pageId=487890&moduleId=435054

 

Berlin. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) fordert die Politik nachdrücklich auf, nach fast 5 jähriger öffentlich ausgetragener Debatte endlich die schon bestehende Rechtlage in Gesetzesform zu normieren. Dies sei nach Auffassung des HVD am besten durch den bereits im Bundestag eingebrachten Entwurf von Stünker u. a. gewährleistet. Von diesem lasse weiche der Entwurf von Zöller/Faust lediglich in Akzenten ab. Entschieden abzulehnen sei hingegen der Reglementierungsversuche von Bosbach, Röspel und Karin Göhring-Eckardt. Es stünden sich demzufolge nicht drei Entwürfe gegenüber, sondern zwei unvereinbare Grundkonzepte im Umgang mit der Patientenautonomie.

 

9. Januar 2009

Meldungen zu Sterbe- und Suizidhilfe im Ausland

Schweiz:  Unbelehrbare Lebensschutz-Ethikerin verleumdet Pflegeheim bezüglich angeblicher Sterbehilfe: Verurteilt  http://www.zo-online.ch/Sterbehilfe-Vorwurf-nichtig

In Luxemburg wurden gleichzeitig ein Gesetz zur Palliativversorgung sowie zur Sterbehilfe eingeführt. Die Umsetzung dieser Kombination, mahnte Erzbischof Franck, verlange «hohe moralische Verantwortung»: http://www.hwelt.de/c/content/view/3063/1/

Großbritannien:  Die Fernsehdokumentation über „Das Recht zu Sterben" wurde am 10.12.08 in England ausgestrahlt. Sie zeigt den begleiteten Suizid des unheilbar kranken Informatikprofessor Craig Ewerts. Ein Filmausschnitt ist hier zu sehen: http://www.youtube.com/watch?v=XlD7mjLEjB8

In der Schweiz kommt der Fall des verurteilten Suizidhelfers Peter Baumann (74) vors Bundesgericht: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz

Italien: Neuer "Hirnschrittmacher"-Chip bei Dauerkoma contra Sterbenlassen?  http://www.20min.ch/news

Schweiz: Fühlen sich Anwohner durch Sterbebegleitung bei Suizidwilligen verletzt?  http://www.20min.ch/news/zuerich

Unterschriftssammlung von EXIT: Subventionierte Pflegeheime sollen Suizidhilfe in ihren Räumen zulassen müssen: http://www.kipa-apic.ch

 

 

20. Dezember 2008

Gesetz zur Palliativversorgung und möglichen Sterbehilfe jetzt in Luxemburg

Luxemburg ist das dritte Nachbarland Deutschlands, in welchem die Tötung auf Verlangen eines Schwerstkranken in bestimmten Fällen nicht länger unter Strafe steht. Das Gesetzt ist kombiniert mit einem zur palliativen Versorgung und Karenz (Arbeitsfreistellung) von Angehörigen für die Zeit der Sterbebegleitug.

Begründung: Die Palliativversorgung ist vorrangig, stößt aber auch an Grenzen. So ist nicht jeder Patient selbst bei optimaler Palliativmedizin schmerzfrei zu stellen und nicht jeder Schwerstleidende ist überhaupt ein Palliativpatient (z. B. Hochbetagte, die nicht Krebspatienten oder Sterbende, sondern Schwerstpflegebedürftige sind). Bis zuletzt hatten sich kirchliche Gegner, unterstützt durch den Papst, gegen diese (von vielen Menschen auch in Deutschland besonders begrüßte) Kombination von Sterbehilfe und Sterbebegleitung gewehrt. Hintergrund siehe: Sterbehilfe als Kulturkampfthema in Luxemburg