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Basis-Modell: Standard-Patientenverfügung – Alternativ: Optimale Patientenverfügung

5. August 2008

Sie können sich gegen eine geringe Gebühr (36,– € ) per online-Eingabe eine erweiterte Standard-Patientenverfügung 2017 abfassen lassen (wenn nicht online übermittelt für 50,– €).

Zwar ist auch eine Standard-Patientenverfügung, die aus bewährten Textbausteinen besteht, prinzipiell verbindlich. Die Reichweite ist jedoch beschränkt auf die genannten Standard-Situationen. Eine Differenzierung ist in den Vorgaben nicht möglich (wie z. B. Antibiotika für den Fall einer mittelschweren Demenz zuzulassen, für den Sterbeprozess aber abzulehnen). Auch ist im Standard-Patientenverfügung-Modell nicht vorgesehen, eine ganz bestimmte Behandlung (wie künstliche Ernährung durch PEG-Magensonde) pauschal für alle Fälle abzulehnen.

In der Praxis sind Ärzte und Patientenvertreter mit Behandlungsentscheidungen konfrontiert, die auf unsicherer Grundlage getroffen werden müssen. Oder die Situation ist nicht identisch mit der, die in einem Textbaustein der Standard-Patientenverfügung genannt ist. Dann muss der Patientenwille interpretiert, die Patientenverfügug ausgelegt werden. Dabei sind auch subjektive Faktoren zu berücksichtigen: Welche Rolle spielen „Kämpfernatur“, „Am Leben hängen“, „Lebensüberdruss“, Dauerpflegeabhängigkeit“, „Resthoffnung“, „Humanes Sterben“ für den Betroffenen? Zudem geht es um Abwägungen, die Nutzen, Belastungen und Risiken und Grad der ggbf. zu erreichenden Besserung mit einbeziehen. An dieser Stelle sind die Gesundheitsbevollmächtigten gefragt.

Da sie nur die eindeutigen Entscheidungen „Ja“ oder „Nein“ zulässt, sind subjektive Faktoren und Abwägungen in einer Standard-Patientenverfügung nicht erfassbar.

Wer aber auch diese wichtigen Punkte mit einschließen möchte, kann auf das differenziertere Modell einer optimalen Patientenverfügung zurückgreifen. Damit sind prinzipiell alle Situationen von Einwilligungsunfähigkeit abzudecken und differenziert zu bewerten. Z. B.: Wenn ich einwilligungsunfähig und zusätzlich körperlich schwerstpflegebedürftig bzw. bettlägerig bin, erlaube ich keinerlei Medikamente mehr, die noch stabilisierend wirken können (in anderen Fällen oder bei gewissen Besserungsaussicht dagegen wünsche ich diese vielleicht schon.)

Für eine optimale Patientenverfügung ist ein entsprechender Fragebogen auszufüllen, in den eine sogenannte Wertanamnese integriert ist. Dieser enthält keine Textbausteine, die einfach zusammenzusetzen wären, sondern muss vielmehr fachkundig ausgewertet werden (Gebühr für eine fertige Optimale Patientenverfügung: max. 140 Euro). Um die Abfassung müssen Sie sich dann nicht selbst kümmern.

Vor allem aber: Es wird durch die professionelle Abfassung verhindert, dass medizinische Anweisungen und Geltungsbereiche u. U. in Widerspruch mit den eigenen Wertvorstellungen geraten. Dies kann sonst nämlich sehr leicht passieren.

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