Exkurs: Zeitnaher Notfallbogen bei häuslicher Schwerstkrankenpflege

Der Notfllbogen kann als Ersatz für eine fehlende PV oder als aktuelle situationsbezogene Ergänzung oder kurze Zusammenfassung einer bestehenden PV genutzt werden.

Siehe auch: Vorteil knapper Anweisungen.

Er kommt v. a. bei der häuslichen Pflege eines bereits Schwerstkranken oder sterbenden Patienten zum Einsatz.

Der Notfallbogen versteht sich auch als 'komprimierte Patienten­verfügung' in einer besonderen Situation vor allem für die Entscheidungssituation eines Notarztes (oder ob ein solcher überhaupt noch ans Bett eines Schwerkranken gerufen werden soll bzw. was stattdessen konkret zu tun ist).

Im Notfallbogen wird v. a. eine zustimmende oder ablehnende Willensäußerung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung oder auch zu einer Krankenhauseinlieferung dokumentiert. Darüberhinaus kann er konkrete ärztliche Anordnungen enthalten zu bestimmten drohenden Komplikation (z. B. unstillbar Blutung, Atemnot).

Der Notfall­bogen kann zeitnah nach ärztlicher Aufklärung noch vom Patienten selbst unterzeichnet werden. Oder nach Ermittlung des mutmaßlichen Willens und auf Grundlage ärztlicher Indikation (bzw. einer Patientenverfügung) auch von seinem gesetzlichen Vertreter. Eine Gegenzeichnung vom Arzt sowie auch der Pflegeeinrichtung / dem Pflegedienst erhöht die Wirksamkeit.

Hier: Formular Notfallbogen

Der Notfallbogen wurde vor einigen Jahren von Modellprojekten und verschiedenen Autoren entworfen.

Einen aktuellen Protokollbogen (2010) zur Entscheidungsfindung beim einwilligungsunfähigen Patienten (zur Ermittlung des mutmaßlichen Willens bzw. zur Indikationsstellung) finden Sie hier.