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Zypries: Menschenwürde nicht gleich verabsolutiertem Lebensschutz

10. November 2008

(ddp.) Berlin, 29.Oktober. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries plädiert für Lockerungen in der Biopolitik. Künstlich gezeugten Embryonen komme nicht von vornherein Menschenwürde zu, erklärte die SPD-Politikerin.
Ihr Vortrag in der Humboldt-Universität schlug im politischen Berlin schon hohe Wellen, bevor Zypries ihn gehalten hatte. Aus dem vorab verfügbaren im Vortrag so gut wie unveränderten Redemanuskript ergab sich, dass die Ministerin grundsätzlich den Fortschritten der Gentechnik und Fortpflanzungsmedizin zurückhaltend gegenüber steht. In einem zentralen Punkt verlässt sie aber die strikte Linie ihrer Amtsvorgängerin Herta Däubler-Gmelin (SPD): Weil eine künstlich befruchtete Eizelle nicht die Möglichkeit habe, ‘sich aus sich heraus zum Menschen zu entwickeln’, habe der Embryo in der Petrischale ‘lediglich die Perspektive der Menschenwürde’, nicht schon diese selbst.

Wohl erkennt Zypries auch dem künstlich gezeugten Embryo ein Recht auf Leben zu. Das lasse aber, anders als die absolut geschützte Menschenwürde, ‘einen Spielraum für Abwägungen mit den Grundrechten der Eltern und Forscher’.

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