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Vorsorgevollmachten

Unsere Vorsorgevollmachten: Wenn Sie einmal selbst nicht mehr entscheiden können

GesVollm

Nie zu früh, aber oft schon zu spät

Es ist für eine Vollmacht nie zu früh, kann aber schnell zu spät geworden sein – etwa bei krankheitsbedingter Verwirrtheit. Denn eine Vollmacht setzt die volle Geschäfts­fähig­keit voraus. Eine Vorsorgevollmacht im Grunde für jeden Menschen ab dem 18. Lebensjahr sinnvoll. Fehlt eine Vollmacht unter Eheleuten, so kann das auch finanzielle Konsequenzen für die Versorgung der Familie haben. In diesem Fernseh­beitrag (3 Minuten) sehen Sie als Beispiel Iris T., die nach einem schwerem Arbeitsunfall ihres Mannes keinen Zugriff auf seine Abfindung hat.

Wer soll für mich Regelungen treffen und notwendige Unterschriften leisten, wenn ich geistig – vorübergehend oder langfristig – nicht mehr in der Lage bin, selbst Entscheidungen zu treffen?

Eine Vorsorge­vollmacht greift dann, wenn eine Person wegen psychischer Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegen­heiten nicht mehr alleine oder nur teilweise alleine regeln kann. Das kann zum Beispiel nach einem schweren Unfall passieren oder bei Demenz.

Eine Vorsorge­vollmacht ist eine Willens­erklärung: Mit ihr räumen Sie anderen das Recht ein, in Ihrem Namen stellver­tretend zu handeln und Entschei­dungen für Sie zu treffen.

Für wen ist eine Vorsorge­vollmacht sinnvoll?

  • Für alle Menschen, die volljährig sind.
  • Für alle, die selbst bestimmen wollen, wer Ihren Willen und Ihre Interessen durchsetzt, wenn Sie es selbst nicht mehr können.
  • Für alle, die sicher gehen wollen, dass keine fremde Person plötzlich über die eigenen gesund­heitlichen und finanziellen Angelegen­heiten entscheidet.
  • Für alle, die sicher gehen wollen, dass bei eigener Entscheidungsunfähigkeit die Liebsten Ihre Finanzen regeln können. (Eine Bankvollmacht ist gesondert erforderlich.)
  • Für alle, die eine Patienten­verfügung abschließen wollen oder bereits abgeschlossen haben.
  • Für alle, die noch voll geschäftsfähig sind.

Zwei Vollmacht­formulare:
für finanzielle und für gesund­heitliche Angelegen­heiten

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es in manchen Fällen sinnvoll ist, für die Gesund­heits­sorge und die rechts­geschäft­lichen bzw. finanziellen Fragen unter­schiedliche Personen zu bevoll­mächtigen. Darum bieten wir zwei verschiedene Formulare für die Vorsorge an.

Mit der Gesundheits­vollmacht ermächtigen Sie Personen, über ihre medizinischen und ärztlichen Angelegen­heiten zu entscheiden. Achtung: Wenn es um die Entscheidung über den Verzicht auf lebens­erhaltende Maßnahmen geht, können selbst Bevoll­mächtigte nicht einfach eigenmächtig entscheiden. Für diesen Fall ist eine Patienten­verfügung unentbehrlich.

Mit der Vorsorge­vollmacht ermächtigen Sie Personen, Sie bei Behörden, Versicherungen, Renten- und Sozial­leistungs­trägern zu vertreten, Miet- oder Heimverträge abzu­schließen und Ihre Geld- und Post­angelegen­heiten zu verwalten.

Unsere Vorsorge­vollmachten sind rechts­sicher und ohne Notar sofort nach Unter­schrift gültig.

Gern senden wir Ihnen die gewünschten Formulare zur Erstellung Ihrer Patientenverfügung auch postalisch zu.Verwenden Sie dafür bitte dieses Bestellformular oder rufen Sie uns an unter Telefon 030 613904-474.

Häufige Fragen und Antworten zu Vollmachten.

Klicken Sie auf die weißen Pfeile, um mehr zu erfahren!

Eine von Ihnen bevollmächtigte Person vertritt später Ihre Interessen und Ihren Willen. Dies setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus. Die Bevoll­mächtigten wiederum übernehmen eine große Verant­wortung und auch eine Aufgabe, die unter Umständen viel Zeit und gute Nerven erfordert. Wir raten daher: Überlegen Sie gut, wen Sie bevoll­mächtigen möchten. Suchen Sie das Gespräch mit diesem Menschen und fragen, ob diese einver­standen sind. Gehen Sie am besten zusammen mit ihrem Bevoll­mächtigen alle Punkte durch, die zu entscheiden später relevant sein könnten.

Wenn keine Vorsorge­vollmacht vorliegt, muss und wird das Amtsgericht für eine hilflos gewordene Person einen Betreuer bzw. eine Betreuerin einsetzen. Dafür wird zwar in der Regel ein Familien­angehöriger vom Richter ausgesucht. Aber es kann auch eine völlig fremde Berufs­betreuung eingesetzt werden, die dann Entschei­dungen treffen kann. Viele empfinden es als uner­wünschte Einmischung in familiäre Angelegen­heiten, wenn überhaupt ein Betreuungs­gericht einschaltet wird.

Nehmen Sie Kontakt zu einem Betreuungs­verein in Ihrer Stadt auf (z. B. hier in Berlin). Haben Sie Vertrauen zu dem Betreuungs­verein, können Sie in der Betreuungs­verfügung erklären, dass Sie die Bestellung einer Mitarbeiter­in / eines Mitarbeiters des Betreuungs­vereins wünschen für den Fall, das Sie betreuungs­bedürftig werden.

Unter Umständen nicht. Viele Banken und Kredit­institute benutzen hausinterne Formulare. Erkundigen Sie sich daher unbedingt bei Ihrer Hausbank! Sollte der oder die Bevoll­mächtigte auch über Ihre Immobilien verfügen, Darlehen aufnehmen oder ein Handels­gewerbe für Sie führen dürfen, ist eine notarielle Beur­kundung erforderlich.

Mit der Gesundheits­vollmacht erlangt der Bevoll­mächtigte Einblick in alle medizinischen Angelegen­heiten des Patienten und darf über Maßnahmen und Eingriffe entscheiden. Dies gilt allerdings nicht, sobald es sich um den Verzicht auf lebens­erhaltende Maßnahmen handelt. Liegt keine Patientenverfügung vor, muss mit teilweise hohem Aufwand (Zeugenbefragung, eides­stattliche Erklärung, gerichtliches Verfahren) der mutmaßliche Wille des Patienten ermittelt werden. Auch um den Gesundheits­bevoll­mächtigten zu entlasten, sollte daher der Patienten­wille für den Notfall bekannt und doku­mentiert sein. Dazu dienen unsere Standard-Patientenverfügung oder optimale Patientenverfügung.

Zur Erteilung der Gesundheits- und Vorsorge­vollmachten ist die volle Geschäfts­fähigkeit erforderlich. Wenn jemand bereits oder auch nur vorübergehend verwirrt ist, jedoch noch einsichtsfähig ist, kann  stattdessen eine Betreuungs­verfügung genutzt werden. Unser Tipp: Suchen Sie einen Betreuungs­verein (Beispiel: Berlin) in Ihrer Stadt auf und lassen sich dort beraten.

Häufig legen Angehörige von Patient_innen eine General­vollmacht vor. Allerdings darf man den Betroffenen damit nicht bei allen medizi­nischen Entschei­dungsfragen vertreten, vor allem wenn es um Leben und Tod geht. Wenn eine General­vollmacht im Wortlaut “zur Vertretung in allen Angelegen­heiten” ermächtigt, ohne dass risikoreiche medizinische bzw. freiheits­entzie­hende Maßnahmen ausdrücklich aufgeführt sind, besteht später ein ernstes Problem. Die General­vollmacht deckt dann folgende Fälle nicht ab: Der_die Bevoll­mächtigte kann nicht an Stelle des Betroffenen einer ärztlichen Untersuchung, einer Heil­behandlung oder einem medizi­nischen Eingriff zustimmen, wenn (etwa bei einer Herz-Operation) Lebensgefahr besteht oder ein schwerer, länger dauernder Gesundheits­schaden zu erwarten ist (etwa bei einer Amputation). Der Bevoll­mächtigte kann nicht zum Schutze des Betroffenen über eine notwendige geschlossene Unter­bringung oder über eine andere freiheits­einschrän­kende Maßnahme (z. B. Bettgitter oder Bauchgurt im Rollstuhl) entscheiden.

Unser Tipp in einem solchen Fall: Lassen Sie die Generalvollmacht, wenn sie notariell beurkundet ist, bestehen (für die Sie ja schon bezahlt haben und die für materiell-finanzielle Angelegen­heiten optimal ist). Füllen Sie ergänzend die Gesundheits­vollmacht aus.

Sollte die General­vollmacht Formulierungen zur Patienten­verfügung enthalten, prüfen Sie diese oder lassen Sie diese prüfen. In der Regel sind die Formulierungen nicht ausreichend und entsprechen nicht den geforderten Mindest­standards.