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2 x zum selben Erstickungstod

10. November 2008

Diane Pretty, die Kämpferin für Sterbehilfe ist tot. Wer bestimmt eigentlich, wie viel ein Mensch erst durchmachen muss, bevor er (hoffentlich, was wir ihr von Herzen wünschen) friedlich-hospizlich sterben darf? Anbei zwei Perspektiven desselben Vorgangs:

Aus: Der SPIEGEL-Panorama, 12.05.
‚Die Familie der 43 Jährigen teilte am Sonntag mit, Pretty sei in einem Hospiz nahe ihrem Heimatort Luton (Bedfordshire) an ihrer Muskelkrankheit gestorben.‘ Sie ist endlich frei‘, sagte ihr Ehemann Brian über den qualvollen Tod seiner Frau. Diane Pretty starb am Samstagnachmittag.‘ Sie hat das durchmachen müssen, wovor sie sich am meisten gefürchtet hatte und bei dem ich ihr nicht helfen konnte‘, sagte Brian Pretty am Sonntagabend über den Erstickungstod seiner Frau. Sie habe schon drei Tage nach der Ablehnung ihrer Klage in Straßburg am 29. April schwere Atemnot bekommen ‚

Aus: Presseinfo der Deutschen Hospizstiftung, 13.05.
‚London / Dortmund. Diane Pretty konnte würdevoll im Hospiz sterben. Das hat die Deutsche Hospiz Stiftung erfahren, die in partnerschaftlicher Verbindung mit dem Hospiz in Luton bei London steht, in dem die 43-Jährige friedlich eingeschlafen ist. Die Engländerin hatte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte dafür geklagt, dass ihr Mann sie ungestraft töten darf. Die Straßburger Richter hatten vor wenigen Tagen entschieden, diesen grundsätzlichen Freibrief zum Töten nicht zu erteilen. Damit hatten sie einer Forderung der Deutschen Hospiz Stiftung Rechnung getragen. Eugen Brysch, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung mit Sitz in Dortmund: ‚Natürlich sind wir dagegen, dass Menschen leiden. Die Selbstbestimmung des Kranken und Sterbenden muss immer im Mittelpunkt stehen. Dafür kämpfen wir.‘ Doch Töten ist keine Lösung. Stattdessen brauchen Sterbende Hilfe durch qualifizierte Hospizarbeit und Palliativ-Care die moderne, ganzheitliche und umfassende Schmerztherapie und Pflege mit Linderung quälender Begleiterscheinungen. Für dieses Angebot hat sich auch Diane Pretty entschieden ‚

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