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CSU-Chefsenior Konrad Weckerle: „Ich bin ein Verfechter der aktiven Sterbehilfe“

10. November 2008

CSU-Senioren-Chef beklagt „Verlogenheit der Gutmenschen“ in der Sterbehilfefrage Der 63 jährige Vorsitzende der CSU-Senioren, Konrad Weckerle, ist mit seinem öffentlichen Eintreten für die „aktive“ Sterbehilfe in der eigenen Partei stark unter Druck geraten. In einem Interview mit der Welt am Sonntag von letzter Woche hatte er für die Wahlfreiheit der Betroffenen plädiert und die „Verlogenheit der Gutmenschen“ in dieser Frage kritisiert. Das berichtet die Zeitung von heute. „Zwar funktionieren die Rituale der Empörtheit noch, über kurz oder lang wird es aber auch hierzulande normal werden, dass ein Politiker dieselbe Auffassung vertritt wie 3/4 der Bevölkerung“, kommentiert Gita Neumann vom Humanistischen Verband Deutschlands den Vorgang. Die Nürnberger Nachrichten vom 12.12.2005 hatten berichtet:

„CSU-Chefsenior für Sterbehilfe
Vorsitzender Konrad Weckerle weicht von Partei-Haltung ab

MÜNCHEN (dpa/Eig. Ber./pa) Der Vorsitzende der Senioren-Union der CSU, Konrad Weckerle, hat sich dafür ausgesprochen, rechtliche Voraussetzungen für aktive Sterbehilfe zu schaffen.“Ich bin ein Verfechter der aktiven Sterbehilfe“, sagte Weckerle in einem Zeitungsinterview. Damit steht der ehemalige Chef der Rhein-Main-Donau AG im Gegensatz zur Position der großen Mehrheit in der CSU und auch der Haltung der Kirchen. Weckerle forderte, im Interesse eines umfassenden Selbstbestimmungsrechtes klare Verantwortlichkeiten zu schaffen. Das könne in Form einer erweiterten Patientenverfügung geschehen. Der CSU-Politiker will den Menschen die Wahlfreiheit lassen, ob sie bei sich selbst aktive Sterbehilfe wünschten oder nicht. Die Entscheidung müsse getroffen werden, solange dies den Betroffenen mit wachem Verstand möglich ist. „Auf keinen Fall dürfen das die Verwandten, sprich Erben, entscheiden, das ist selbstverständlich“, betonte Weckerle.“

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