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Ende ohne Gnade Assistenzarzt: Dafür werden wir alle in die Hölle kommen!

10. November 2008

Aus einem LeserInnenbrief an DIE ZEIT, Betreff “Ende ohne Gnade”

” habe ich die Hoffnung, dass den Lebensschützern, die uns vor uns selbst beschützen wollen, den Hospizlern, die so tun, als brauchte man nur zu wissen, dass es Hospize gibt, um allem Elend zu entkommen, die Luft ausgeht.”


DIE ZEIT, Dossier, 29/2004 vom 08.07.2004:

“Ende ohne Gnade

Die Intensivmedizin lässt Willenlose leiden. Die Altenpflege lässt Hilflose verkommen. Doch die Gesellschaft verdrängt das grausige Geschehen in Kliniken und Pflegeheimen. Sie fürchtet Krankheit mehr als den Verlust der Würde

Von Frank Drieschner

Die Schwester weiß schon, was der Arzt gleich sagen wird. Er hat sich über einen Patienten gebeugt, der von alledem wahrscheinlich nichts mehr mitbekommt. Um den Patienten, er ist Mitte 50, steht es nicht gut. Der halbe Hals, sagt der Arzt, sei “weggegammelt”, Spätfolge eines Speiseröhrenkarzinoms. Die operierte Speiseröhre, gefertigt aus Teilen des Magens, ist undicht geworden, »das suppt da alles raus«, das umgebende Gewebe entzündet und zersetzt sich Exitus? Nein, ein Fall für die Intensivstation. Seit zwei Wochen liegt der Patient in einer deutschen Universitätsklinik. Ein Geflecht aus Schläuchen und Kabeln verbindet ihn mit Überwachungs-, Steuerungs- und Versorgungsapparaten, die ihn nicht heilen, aber, wer weiß, vielleicht noch monatelang am Sterben hindern werden.

“Dafür”, sagt der Assistenzarzt zur Schwester, “werden wir alle in die Hölle kommen.”

mehr hier: http://www.zeit.de/2004/29/Pflegenotstand

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