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Europarat: Initiative zur Legalisierung der „aktiven Sterbehilfe“

10. November 2008

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Am heutigen Freitag befasst sich der Gesundheitsausschuss der Parlamentarischen Versammlung mit der Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Europa, und zwar auf Initiative des Schweizer Liberalen Dick Marty. Ende Januar wird der Europarat dann abschließend entscheiden.

Mehr als Empfehlungen kann der Europarat nicht abgegeben diese Empfehlungen spiegeln aber durchaus die Tendenzen der Politik in Europa wider. 1999 hatte die Parlamentarische Versammlung aktive Sterbehilfe noch abgelehnt.

Dass der Rat vier Jahre später zur selben Empfehlung für die 45 Mitgliedsstaaten kommen wird, bezweifeln Beobachter. Die Sozial- und Gesundheitskommission hat Martys Initiative bereits zugestimmt. In vielen Ländern, in denen Sterbehilfe verboten ist, wird heftig darüber diskutiert, in Frankreich zum Beispiel nach dem verzweifelten Tod eines gelähmten jungen Mannes. Auf seinen Wunsch hin gab ihm die Mutter die Todesspritze, der Arzt stellte die Beatmungsmaschine ab. In der Schweiz ist der medizinisch assistierte Suizid sehr weit reichend erlaubt. In den Niederlanden und in Belgien wurden im vergangenen Jahr Gesetze verabschiedet, nach denen aktive Sterbehilfe unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafrechtlich verfolgt wird.

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