Inhalte

Friedlichen, schnellen Tod auch deutschen Bürger/innen gewährleisten

10. November 2008

Nach Holland, der Schweiz und jetzt Belgien ist endlich auch Deutschland gefordert, für seine Bürgerinnen und Bürger angemessene Sterbehilfeformen zu gewährleisten. Möglich gemacht werden müssen ein ärztlich assistierter Freitod wie in der Schweiz und ein friedliches Einschlafen ohne Schmerzen und ohne quälende Atemnot.

»Es geht doch überhaupt nicht um eine Lizenz zum Töten, wie Sterbehilfegegner behaupten. Entscheidend ist vielmehr,« berichtet die Psychologin Gita Neumann aus ihrer Arbeit beim Humanistischen Verband, »dem Schwerkranken das beruhigende Gefühl zu vermitteln: wenn du es nicht mehr aushältst, trotz moderner Schmerztherapie und Beschwerdelinderung, dann wird dir auf deinen Wunsch geholfen, so schnell und friedlich wie möglich zu sterben. Du bestimmst den Zeitpunkt und niemand sonst, auch nicht ein Hospiz, wie jetzt im Fall von Diane Pretty. Die Hospizbewegung droht, sich einen guten Ruf in der Bevölkerung zu verspielen, wenn sie weiterhin so anmaßend und selbstgerecht auftritt: der Ehemann oder ein Hausarzt, die dürfen nicht helfen, sollen hart bestraft werden, aber im Schoße der heiligen Hospizkultur und wenn die Todkranke schon hinreichend unter Atemnot gelitten hat, dann soll es dort möglich sein. Hospizliche Hilfe und Palliativmedizin dürfen aber niemals zur Nötigung und als ideologisches Zwangsmittel missbraucht werden, umgekehrt: sie müssen ausgebaut und angeboten werden, um den Patienten möglichst von einem vorzeitigen Sterbewunsch zurücktreten zu lassen. Freiwillig selbstverständlich, nicht durch Verbot und Verteufelung der Sterbehilfe!«

Der Humanistische Verband Deutschlands weist darauf hin, dass im Rahmen einer gemeinsamen europäischen Verfassung, die Menschenwürde und Selbstbestimmung garantieren, die nationalen Regelungen der Sterbehilfe durchaus unterschiedlich sein können. Wie in seinem Positionspapier von 2001 dargelegt, ist dabei ist Sterbehilfe als gezielte Leidensverkürzung keinesfalls mit Tötung auf Verlangen gleichzusetzen, die in Deutschland wohl nicht in Frage kommen dürfte.

print