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Hospizstatistik 2005: Sterbende und Schmerzpatienten weiterhin schlecht versorgt

10. November 2008

Versorgung von Sterbenden und Schmerzpatienten weiterhin schlecht Statistik 2005

Große regionale Unterschiede Forderung nach Rechtsanspruch

DORTMUND (iss). Nach der von der Deutschen Hospiz Stiftung vorgelegten Hospizstatistik 2005 (siehe hier erhalten im Bundesdurchschnitt nur 4,3 Prozent aller Gestorbenen (das waren 818.000 Menschen im Jahr 2004) eine ehrenamtliche psycho-soziale Begleitung durch ambulante Hospizdienste und 2,3 Prozent eine professionelle Palliativ-Care-Versorgung in stationären Einrichtungen (Hospizen oder Palliativstationen).
Notwendig ist nach Einschätzung der Stiftung jedoch eine Quote von mindestens 40 Prozent.
Elke Simon von der Deutschen Hospiz Stiftung beklagt: „Der Versorgungsgrad stagniert seit Jahren auf einem international beschämend niedrigen Niveau“. Zwar würden immer wieder Hospizdienste gegründet. „Viele Dienste mussten inzwischen aber schon wieder schließen“, sagt Simon. „Jeder Sterbende muss einen Rechtsanspruch auf eine palliative Versorgung haben.“ Die regionalen Unterschiede sind groß Schlusslicht ist Thüringen bei einer Palliativ-Care-Versorgung von nur 0,6 %. Die Abhängigkeit von Spenden und von willkürlicher Förderung müsse aufhören.


Aus: DIE WELT vom 05.01.2006: „Dortmund Die Deutsche Hospiz-Stiftung hat eine Verbesserung der Versorgung sterbender Menschen gefordert. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland fast 54.000 Menschen durch Hospizdienste, Hospize und spezielle Krankenhausstationen begleitet worden. Das seien 6,6 Prozent aller Verstorbenen, und das sei nicht mehr „als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Eugen Brysch „mehr: DIE WELT vom 05.01.2006


Situation in Niedersachsen und Bremen:
Hospizen mangelt es an Spenden
„Wir haben zunehmend Probleme, die Hospize auch zu finanzieren“, sagte Elke Simon von der Hospiz Stiftung in Hannover. Die Sterbekliniken sind auf Spenden angewiesen. „Die werden immer weniger, da die Menschen mehr für Naturkatastrophen spenden“, bedauerte Simon „mehr: DIE WELT vom 09.01.2006


Bericht aus Berlin:
“ gut 20 Jahre nach der Einführung der Palliativmedizin in Deutschland fehlen in Berlin noch Angebote sowohl in der stationären wie der ambulanten Sterbebegleitung. Nun sehen Planungen der Gesundheitssenatsverwaltung für die Krankenhäuser eine Verdoppelung der Betten auf Palliativstationen vor. längst nicht jeder Schmerzpatient kann in Havelhöhe oder in einer der drei weiteren Palliativstationen mit sofortiger Aufnahme rechnen. Insgesamt stehen 35 Betten in vier Kliniken bereit, für die es Wartelisten gibt. Zwar heißt es im Bericht der Behörde, dass Berlin einen „relativ guten Stand“ im bundesweiten Vergleich in der Palliativ- und Hospizversorgung erreicht habe. Das gilt in erster Linie für die sieben Hospize, die aber die Sterbenden nur pflegen „Mehr: TAZ vom 12.01.2006


Siehe auch: Nach 10 Jahren: Hospize fordern angemessene Vergütung aerztezeitung.de vom 13.01.2006

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