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Kampf ums Geld in der ambulanten Palliativmedizin Hausärzte ausgegrenzt?

10. November 2008

Wie spezialisiert müssen die Ärzte bei der ambulanten Betreuung ihrer schwerstkranken und sterbenden Patienten sein?
Reicht normalerweise eine schmerz- und beschwerdelindernde hausärztliche Basisversorgung oder sollen strenge Kriterien der Palliativmedizin (als jüngster medizinischer Fachdisziplin) die Regel werden?


„HANNOVER (cben). Sterbenskranke Patienten haben seit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform am 1. April Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung. Wie und ob Hausärzte in dieses Versorgungskonzept eingebunden werden, ist noch völlig unklar.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) wird im Herbst in Richtlinien festgelegt haben, was als spezialisierte ambulante Versorgung zu gelten hat. Es geht um eine bessere Versorgungsqualität und um viel Geld: Schätzungen zufolge werden von den Kassen an die 600 Millionen Euro für die spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung zur Verfügung gestellt. Honorar, bei dem Hausärzte außen vor bleiben? Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist überzeugt, dass Hausärzte mit der Zusatzbezeichnung „Palliativmediziner“ nicht genug Qualität vorweisen, um Kriterien für die spezialisierte Versorgung zu erfüllen. Die Kassen werden ihr Geld wohl in die spezialisierte Versorgung stecken und warten ab, wie der G-BA diese definieren wird “ Quelle: aerztezeitung.de

 

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
“ Wie viel Geld nun tatsächlich fließen wird, weiß heute niemand genau. Und wer erhält das Geld? Auch das bleibt unklar. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) soll laut Gesetz Ausführungsrichtlinien zu dem Paragrafen 37b erlassen. „Da wird ganz klar festgelegt, was als spezielle und was als Basisversorgung gelten wird“, sagte Professor Friedemann Nauck, Palliativmediziner an der Uni Göttingen, zur „Ärzte Zeitung“. Und er ergänzt: „Von den Hausärzten brauchen wir keine spezialisierte, sondern eine gute Basisversorgung.“ Im Klartext: Die Niedergelassenen wären bei der spezialisierten Versorgung raus.
Gleichwohl sollten die Hausärzte am Ball bleiben. „Ohne Hausärzte ist die Palliativ-Versorgung nicht denkbar“, sagt AOK-Sprecher Dehning. Wie das funktionieren soll, liegt im Dunkeln.“

(Forumsbeitrag entnommen aus: www.gesetzeskunde.de vom 16.05.2007)

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