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„Lebenssatte Menschen, die nicht 120 werden wollen „

10. November 2008

Jenseits fruchtloser Konfrontationen von PolitikerInnen, Kirchen- und VerbandsvertreterInnen möchte wir heute wieder „Stimmen von BürgerInnen“ präsentieren, die wir zahlreich erhalten. Sie sind es Wert, von den o. g. Offiziellen einbezogen zu werden, statt einen Dialog mit BürgerInnen auf Augenhöhe zu verweigern und lieber über diese zu sprechen und zu urteilen.

Herr Anatol Vairocana schrieb uns (gekürzt):

Im übrigen sollte bei der ganzen Diskussion nicht vergessen werden, dass Sterben selbst mit Krankheit GAR NICHTS zu tun haben muss. Vor nicht allzu langer Zeit wussten die Menschen (manche, sicherlich nicht alle) wann ihr Leben ‚zu Ende‘ geht. Man gab Anweisung, das Sterbestroh zu bringen und richtete sich ordentlich her, um dem Schöpfer ins Angesicht zu blicken und starb einfach. EINFACH. So z. B. mein Großvater, meine beiden Großtanten.

Ohne große Krankheit, Intensivstation oder all das, was diese ‚Wohlstandsgesellschaft‘, die die spirituelle Ebene vergessen hat und deshalb Tod und Sterben verdrängt, heute für den Menschen bereit hält, dessen Lebenszeit abgelaufen ist und der gerne sterben möchte. Sowas soll’s auch heute noch geben! Lebenssatte Menschen, die nicht 120 Jahre alt werden wollen

Das Gesetz zur Autonomie am Lebensende beginnt hoffentlich mit den Sätzen:

‚Jeder Mensch hat das Recht zu sterben! Jeder Mensch hat das Recht den eigenen Tod zu sterben! Niemand darf in den natürlichen Sterbeprozess eingreifen.‘

Ich grüße Sie in der Hoffnung, dass meine Patientenverfügung eines Tages 100 % respektiert werden wird, und dass zu diesem Zeitpunkt endlich eine klare Gesetzeslage existiert.

Anatol Vairocana


Frau Regine Bernstein-Bothe, Bremen, schrieb (leicht gekürzt):

Bezüglich Sterbehilfe und -begleitung von ‚Der‘ evangelischen Kirche zu sprechen, wird der gegenwärtigen Lage zumindest der evangelischen Kirche nicht gerecht. Sicherlich, die führenden Kräfte in der Kirche vertreten eindeutige Positionen, in denen jegliche Diskussionen über Sterbehilfe als überflüssig bezeichnet wird, doch die Pastoren sind auf die Mitglieder ihrer Gemeinden dringender denn je angewiesen und können bzw. wollen sich einer Diskussion nicht entziehen.

Letzte Woche war ich bei einer Veranstaltung der evangelischen Landeskirche in Bremen, bei der es um Palliativmedizin und um ein Streitgespräch zwischen einem Befürworter aktiver Sterbehilfe (auch Suizid) und einem Gegner dieser Form der Sterbehilfe ging. Der Befürworter von Suizidbegleitung und auch aktiver Sterbehilfe ist ein Pastor aus Bremen-Nord, der auf eine Broschüre der Sächsischen Landeskirche aufmerksam machte:

Beauftragte der Sächsischen Landeskirche für Glaube, Naturwissenschaft und Umwelt

http://krause.schoenberg.bei.t-online.de/

‚Sterbebegleitung und Sterbehilfe‘

Pastor Lindemann sagte auch, dass ungefähr 10 % der Hausärzte im Bremer Norden Sterbehilfe leisten würden

Es grüßt

Regine Bernstein-Bothe


Aktuelles über den Vorstoß der rheinl.-pfälzischen Bioethikkommission, Ausnahmen von der generellen Bestrafung bei „aktiver“ Sterbehilfe zuzulassen und dem Vorhaben der dortigen FDP-Fraktion hier:

http://www.patientenverfuegung.de/Patientenverfügung/detail.php?uid=215

(Beitrag vom 08.05.2004)

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