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Letzte Reise in die Schweiz

10. November 2008

ZDF-Film ‘Isoldes letzter Sommer’

Im August 2002 will Isolde ihrem Leben ein Ende setzen. Sie plant in die Schweiz zu fahren, um dort auf legalem Weg ein Mittel einzunehmen, das ihr Leben beenden wird. Ein Leben, das Isolde schon lange nicht mehr lebenswert findet. Seit ihrer Kindheit leidet sie an einer unheilbaren Nervenkrankheit. Nach einer missglückten Operation vor sieben Jahren ist alles nur noch schlimmer geworden. Isolde kann seither nur noch die Hände bewegen und sprechen.

Als der Autor des Films sie kennen lernt, hat sie den Entschluss zu sterben schon lange gefasst. Auch wenn ihre Angehörigen sie lebt mit Bruder, Schwägerin und zwei Nichten auf einem Hof in einem kleinen rheinländischen Dorf alles versuchen, ihr das Leben schmackhaft zu machen. Zweimal schon hat Isolde ihre Reise in die Schweiz verschoben, weil ihre Nichte sie inständig darum bittet, doch noch abzuwarten, bis sie ihre Prüfung als Krankenschwester gemacht hat.

Aber Isolde ist sich sicher. Obwohl sie von den Angehörigen gut und gern gepflegt wird, ist es dennoch für Isolde eine Qual, allen in der Familie zur Last zu fallen. Sie hat ihre ganze verbleibende Energie in ihren Plan zum Sterben gesteckt: Sie telefoniert, besorgt sich einen ärztlichen Gutachter und mietet zuletzt auch noch das Wohnmobil, das sie nach Zürich bringen soll.

Was im Film nicht gezeigt und gesagt wird: Ihr Arzt (Neurologe, der NEWSLETTER-Redaktion PATIENTENVERFÜGUNG und STERBEHILFE persönlich bekannt), der sie ein Jahr lang in zahlreichen Gesprächen menschlich und medizinisch begleitet hat, fährt mit in die Schweiz, lernt Herrn Minelli, den Vorsitzenden der Schweizer Gesellschaft Dignitas dort kennen und das unkomplizierte Procedere mit der dortigen Polizei. Er erlebt auf beeindruckende Weise, wie Sterbehilfe auch bei uns in Deutschland praktiziert werden könnte. Denn auch in Deutschland ist Freitodhilfe als solche prinzipiell ja nicht strafbar

Der Film lief am Dienstag, den 21.01.2003, von 22:15 22:45 im ZDF, Sendung 37°

Wenn auch Sie als Arzt/Ärztin dieser Möglichkeit prinzipiell offen gegenüberstehen und an einem Erfahrungsaustausch mit KollegInnen interessiert sind, wenden Sie sich bitte an uns (wird streng vertraulich behandelt).

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