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Mainzer Justizminister für bindende Patientenverfügungen

10. November 2008

Mainzer Justizminister für bindende Patientenverfügungen und Sterbehilfe in Extremfällen

Samstag 1. Mai 2004, (Im Wortlaut aus Yahoo-Nachrichten / AP)

München (AP) Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin hält in Extremfällen aktive Sterbehilfe für gerechtfertigt. Es gebe Hinweise, dass Ärzte heute schon dem Verlangen von Patienten nachkämen, sie vor einem entwürdigenden Todeskampf zu bewahren, sagte der FDP-Politiker in einem Interview des Nachrichtenmagazins FOCUS.‘ Hier sollten wir den Medizinern die Angst nehmen, für eine solche Entscheidung strafrechtlich und standesrechtlich belangt zu werden‘, sagte Mertin.

Der Minister nahm Bezug auf die Arbeit der rheinland-pfälzischen Ethik-Kommission, die 29 Thesen zu einem selbst bestimmten Sterben aufgestellt habe und damit einen gesellschaftlichen Diskussionsprozess in Gang setzen wolle.‘ Wir wollen ausdrücklich keine Euthanasie und keine holländischen Verhältnisse‘, sagte der Minister. Er beklagte jedoch, dass immer häufiger Gerichte angerufen würden, um zu klären, was im Interesse der sterbenden Patienten liege.

Laut Mertin will die Kommission erreichen, dass Patientenverfügungen bindend werden. Er riet dazu, vor dem Aufsetzen einer Patientenverfügung einen Arzt zu konsultieren und ‚den eigenen Willen sehr konkret‘ niederzulegen, wenn man im Endstadium keine lebensverlängernden Eingriffe wünsche. Bei Wachkoma-Patienten sollte man irgendwann die Apparate abschalten dürfen, wenn Anzeichen dafür existierten, dass der Patient eine unendliche Verlängerung seines Leidens nicht gewollt hätte, zitierte FOCUS den Minister.

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