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Regine Hildebrandt für aktive Sterbehilfe

10. November 2008

Erstmals offenes Plädoyer einer Politikerin
für Sterbehilfe

Humanistischer Verband bietet Regine Hildebrandt Aufklärung und Hilfe an. Dazu erklärt die Bundesbeauftragte für Patientenverfügung und Humanes Sterben, Gita Neumann:

Der Humanistische Verband begrüßt, dass Regine Hildebrandt die Kraft gefunden hat, mit Ihrem Votum für aktive Sterbehilfe an die Öffentlichkeit zu gehen. Tragischerweise ist es ihre schwere Krankheit, die Anlass gibt, dass sich erstmalig eine Persönlichkeit aus der deutschen Politik dazu bekennt. Es ist zu hoffen, dass im von ihr angekündigten Gespräch mit der Bundesjustizministerin zu diesem Anliegen die ideologischen Fronten aufgelockert werden können.

Bisher hatte Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin jede Form der Verkürzung auch schlimmsten Leidens immer wieder mit Entschiedenheit abgelehnt. Sie beharrt darauf, dass mit hinreichender Schmerztherapie, hospizlicher Sterbebegleitung und einer christlichen Patientenverfügung alle Probleme gelöst werden könnten. Das ist aus Erfahrung des Humanistischen Verbandes Deutschlands nachweislich nicht der Fall.

Der Humanistische Verband fordert, dass Schwerstkranken Sterbebegleitung sowie gleichzeitig Sterbehilfe auf ihren Wunsch hin anzubieten sind. Christen und Humanisten sollten sich zusammentun, um auf der Basis des Patientenwillens eine Praxis des Mitgefühls auf den Weg zu bringen. Die Freigabe der ärztlichen Tötung, wie dies in den Niederlanden der Fall ist, sollte dabei nicht der deutsche Weg sein. Auch unterhalb dieser Schwelle bestehen Möglichkeiten der legal zulässigen Sterbehilfe. Ein friedliches Hinüberdämmern mit beschleunigtem Tod ist zum Beispiel durch eine Kombination von Morphium mit starken Beruhigungsmitteln oder durch andere Medikamente durchaus möglich. Der Humanistische Verband wird Frau Hildebrandt dazu Aufklärung und Hilfestellung anbieten.

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