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Roger Kusch gibt auf keine Suizidhilfe mehr / Kommentiert

21. Februar 2009

22.02.2009 

Kommentar von Matthias Kamann:

Kusch und der Tod

Von Matthias Kamann 21. Februar 2009
„Menschen sollten sterben, um die Gesetze zu ändern. Das war die Strategie von Roger Kusch … Zudem ging es um Menschen, denen ein freiheitlicher Rechtsstaat nicht von sich aus die Hand zur Selbsttötung reichen kann. Weder in der Schweiz noch in den Niederlanden wäre der Verein „Roger Kusch Sterbehilfe“ denkbar, der unter Absehung von medizinischen Indikationen bloße Todeswünsche erfüllte. …

So geht es nicht. Statt durchs Schaffen tödlicher Fakten ist eine Debatte über Sterbehilfegesetze einzig argumentativ zu führen, und wenn überhaupt, kann es dabei nur um körperlich schwer leidende Menschen in medizinisch aussichtsloser Lage gehen.

Auch das lange Verdrängte, das durch Kusch ans Licht kam: die wohldurchdachten Todeswünsche alter Menschen angesichts möglichen Siechtums – auch das rechtfertigt nicht Kuschs bereitwillige Suizidassistenz. Gewiss, man kann alten Menschen die Selbsttötung nicht verbieten … Dass sich die Nöte dieser Menschen sämtlich durch Palliativmedizin und bessere Pflege beheben lassen, ist eine Illusion. …

Man hat sich für das Leben einzusetzen. Das Scheitern dabei ist nicht immer zu verhindern. Aber als Scheitern muss man es sich eingestehen, statt aus dieser Not die vermeintliche Tugend umstandsloser Beihilfe zu machen.“

Quelle vollständig: welt.de/welt_print/Kusch-und-der-Tod.html

20.02.2009:

Roger Kusch gibt Druck nach und bietet keine Suizidhilfe mehr an:
http://www.mopo.de

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Nachkritik der Anne-Will-Sendung vom letzten Sonntag zu: Pflegenotstand  Angehörige überfordert – Politik machtlos?“
http://www.sueddeutsche.de


 
Keine Suizidhilfe mehr leisten darf zumindest vorerst Roger Kusch, der ehemalige CDU-Politik. Das Hamburger Verwaltungsgericht hat jetzt ein entsprechendes, von der Innenbehörde der Hansestadt im November 08 ausgesprochenes Verbot bestätigt. 
Das Thema „ärztlich assistierte Suizidhilfe“ (u. U. als Alternative zur Dienstleistung“ durch medizinische Laien), hatte am 22. Januar 2009 den Deutschen Ethikrat entzweit. Siehe: http://www.patientenverfuegung.de/info-datenbank
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