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Sterben – wovor haben die Menschen Angst? Am meisten vor einem langen Sterbeprozess

13. Mai 2015

Am 12. Mai 2015 wurde eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (SI) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgestellt. Ziel war es, die Gründe für die in Umfragen immer wieder deutliche Mehrheit der Befürworter von Sterbe- und Suizidhilfe zu erforschen.

Eine zukünftige Legalisierung von ärztlich assistiertem Suizid setze Menschen unter Druck, ihr Leben vorzeitig zu beenden – diese Voraussage werde durch die Ergebnisse bestätigt. Das meint zumindest der Leiter des SI, Gerhard Wegner. Abgesehen von der falsch dargestellten Voraussetzung (assistierte Suizidhilfe ist ja heute legal), stellt sich die Frage, wie diese auch von der EKD geteilte Einschätzung aus den Daten ersichtlich sein soll. „Zwar spielt der Wunsch nach Selbstbestimmung bei den Befürwortern der Sterbehilfe offensichtlich eine gewichtige Rolle“, hieß es in einer Presseerklärung, „im Hintergrund steht aber eine Vielzahl an unterschiedlichen Ängsten.“

Bei Fragen nach den Ängsten im Blick auf das eigene Sterben zeigte sich, dass Ängste vor einem langen Sterbeprozess (61,8 Prozent) vor starken Schmerzen oder schwerer Atemnot (60,1 Prozent) am weitesten verbreitet sind. Hierzu zählt auch die Sorge, den eigenen Angehörigen zur Last zu fallen (53,8 Prozent). Die Ängste vor dem eigenen Sterben sinken in der Gruppe der mindestens 80-Jährigen.

Zur Studie: http://www.ekd.de/download/150512_Ergebnisse_Umfrage_zum_Sterben.pdf

 

 

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