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“Terminale Sedierung” als bevorzugte Sterbehilfe in den Niederland

10. November 2008

Quelle: Deutsches Ärzteblatt vom 03.08.2004 “Terminale Sedierung” als bevorzugte Sterbehilfe in den Niederlanden

“ROTTERDAM. In einer repräsentativen Umfrage in den Niederlanden gaben die Hälfte der Ärzte an, bereits einmal eine “terminale Sedierung” bei einem Patienten durchgeführt zu haben. In jedem sechsten Fall geschah dies in der expliziten Absicht, den Tod des Patienten herbeizuführen, berichten Palliativmediziner in den Annals of Internal Medicine 2004; 141: 178-185.

Bei der “terminalen Sedierung” wird der Patient mit Medikamenten in einen Tiefschlaf versetzt. Er spürt dann keine Schmerzen mehr, doch “terminal” bedeutet, dass auch die Sondenernährung und die Flüssigkeitszufuhr eingestellt werden, was zum Tod des Patienten führt. Die “terminale Sedierung” ist deshalb eine Methode der Sterbehilfe. Sie ist in den Niederlanden offenbar weit verbreitet.

In einer Befragung, die Judith Rietjens und Mitarbeiter der Erasmus-Universität in Rotterdam unter 410 Ärzten durchführten, gaben 52 Prozent der Mediziner an, bereits einmal eine terminale Sedierung durchgeführt zu haben. 211 Ärzte wurden danach detailliert zu den Umständen ihres letzten Falls befragt. Als primäres Ziel der terminalen Sedierung gaben die Ärzte in etwa der Hälfte der Fälle die Linderung schwerer Schmerzen an (51 Prozent). Eine Agitation und eine schwere Dyspnö waren in jeweils 38 Prozent der Fälle der Beweggrund.

Nur in etwas mehr als der Hälfte der Fälle (59 Prozent) diskutierten die Ärzte die Entscheidung zur terminalen Sedierung mit ihren Patienten und nur in einem Drittel (34 Prozent) wurde auch die Absicht, Ernährung und Flüssigkeitszufuhr zu stoppen, im Gespräch mit den Patienten thematisiert.

Eine Beschleunigung des Todes wurde in 47 Prozent der Fälle als Teil der Indikationsstellung angegeben und in 17 Prozent war es die explizite Intention der Ärzte./rme

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=17107


Kommentar RA Wolfgang Putz (Medizinrechtler):
An den Newsletter patientenverfuegung.de, terminale Sedierung ist ein selbstverständlicher Bestandteil der Symptomkontrolle, die genauso wie Schmerzmedikation nicht tötet, wenn heutiger palliativmedizinischer Standard angewendet wird. Wenn ein palliativ nicht so versierter Arzt tatsächlich den Tod als Nebenwirkung der für ein erträgliches Sterben nach seiner Meinung unerlässlichen Sedierung in Kauf nimmt, dann ist das genauso legale indirekte Sterbehilfe wie die Schmerzmittelgabe, die indirekt, also nicht gewollt aber billigend in Kauf genommen, zum Tode führt. Beides gibt es nach heutigem palliativmedizinischem Standard eigentlich nicht mehr. Es wird also beides zum palliativmedizinischen Behandlungsfehler werden (vgl. unser Buch 2. Auflage im November).

Wenn man immer nach dem Willen des Patienten die Behandlung abbricht (keine weitere Substitution) und dann zusätzlich sediert, dann ist dies eine Kombination aus passiver und indirekter Sterbehilfe, die nicht nur in Niederlande sondern kunstgerecht und legal bei uns praktiziert wird Gott sei Dank! Schade, dass immer wieder diese Sedierung in die Schmuddelecke und in die Nachbarschaft von illegalen Patiententötungen gestellt wird.

Liebe Grüße Wolfgang Putz


Sent: Tuesday, August 03, 2004
Subject: “Terminale Sedierung” in NL als Sterbehilfe bevorzugt

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