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Thüringer Pressespiegel

10. November 2008

Mangelnde Sterbehilfe und -begleitung beklagt

Erfurt. Bodo Ramelow (46), Vorsitzender der PDS-Fraktion im Thüringer Landtag ist bekennender Christ. In Erfurt wirbt der ehemalige HBV-Vorsitzende für seine Ideen, künftig würde er auch gern im Bundestag dafür streiten. Die Medien-Resonanz auf den Vorstoß von Ramelow war groß.

Zwar wolle seine Partei die Sterbehilfe nicht zum Wahlkampfthema machen, doch habe die PDS mit der Fachtagung am 2. September im Erfurter Augustiner Kloster versucht, ‚Tod und Sterbehilfe aus der Tabuzone zu holen‘, zitiert ihn die Ostthüringer Zeitung. Beklagt worden sei im bis auf den letzten Platz besetzten Luthersaal einerseits die mangelnde Unterstützung des Staates für die Palliativmedizin, andererseits die Schwierigkeit, in Deutschland auf Wunsch Sterbehilfe zu erhalten.

Die Südthüringer Zeitung titelt: ‚Mangelnde Sterbehilfe beklagt Wissenschaftler, Ärzte und Betroffene kritisierten die mangelnde Sterbehilfe in Deutschland‘: Es gäbe bereits einen ‚Sterbehilfe-Tourismus‘ in die Schweiz, wo die Beihilfe zum Suizid nicht strafbar sei.

Die ‚Thüringer Landeszeitung‘ greift die auf der Tagung diskutierte Einschätzung auf, dass der Freistaat wie auch die ganze Bundesrepublik bei der Hilfe für Todkranke noch ein Entwicklungsland sei. Deutschland hinke hinter europäischen Nachbarländern hinterher. In ganz Thüringen gebe es für 2,4 Millionen Einwohner lediglich zehn Palliativbetten im Katholischen Krankenhaus in Erfurt. Ein erstes Hospiz zur Sterbebegleitung soll in Bad Berka entstehen.

Die Zeitung ‚Freies Wort‘ zitiert eine Weimarer Umfrage, wonach ’sogar 88 Prozent der Befragten aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen auch in Deutschland erlaubt sehen möchten.‘ Auch in Thüringen gäbe es mittlerweile Interessengruppen ‚Pro Sterbehilfe‘. Die Redakteurin von ‚Freies Wort‘ fasst Ihre Eindrücke von der PDS-Fachtagung zusammen: ‚Politische Entscheidungen und damit rechtliche und finanzielle Regelungen, so der Haupttenor der Diskussion, sind überfällig. In Belgien wurde beispielsweise die erlaubte Sterbehilfe flankiert von einem Gesetz zur Förderung der Palliativmedizin.‘

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