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Überdosis Morphium für sterbende Mutter: Neuseeländerin verurteilt

10. November 2008

Sterbehilfe-Befürworterin in Neuseeland wegen Mordversuchs verurteilt

Wellington (AP) Wegen Mordversuchs an ihrer sterbenskranken Mutter ist eine Befürworterin der aktiven Sterbehilfe in Neuseeland zu 15 Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Krankenschwester Lesley Martin ihrer Mutter eine Überdosis Morphium verabreicht hatte. Martin kann die Strafe möglicherweise als Hausarrest absitzen; ihr drohten bis zu zehn Jahre Haft.

Ein Richter sagte, Martin habe zwar viel Mitgefühl für ihre Mutter gehabt. Sie habe aber offenbar geglaubt, über dem Gesetz zu stehen und sich uneinsichtig und arrogant gezeigt. Ein Staatsanwalt sagte, er habe Mitleid mit Martin, dies müsse jedoch mit dem Wert des menschlichen Lebens abgewogen werden. Ihr Anwalt kündigte Berufung an.

Der Sterbeurkunde zufolge erlag die 69-jährige Mutter der Verurteilten einem Atemstillstand, der möglicherweise durch eine Morphiumvergiftung oder durch eine Lungenentzündung versucht worden sei. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass Martin der Kranken Morphium spritzte.

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