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USA: Komapatientin darf nach 14 Jahren sterben, Gouverneur unterliegt

10. November 2008

Aus Saarecho vom 25.09.:

“Koma-Patientin darf nach 14 Jahren sterben

Floridas Gouverneur Bush unterliegt im Rechtsstreit um Sterbehilfe / Magensonde wird entfernt

MIAMI. In einem jahrelangen, aufsehen erregenden Rechtsstreit um Sterbehilfe im US-Bundesstaat Florida hat sich der Ehemann einer Koma-Patientin gegen die republikanische Regierung von Gouverneur Jeb Bush durchgesetzt. Das oberste Gericht von Florida erlaubte am Donnerstag die Entfernung der lebenserhaltenden Magensonde für Terri Schiavo und gab damit der Forderung ihres Ehemannes Michael Recht, der für seien Frau einen würdigen Tod gewünscht hatte. Das Gericht nannte ein vor knapp einem Jahr verabschiedetes Gesetzt aufgrund dessen die 40-Jährige nach mittlerweile 14 Jahren immer noch künstlich am Leben erhalten wird, verfassungswidrig, da das Recht auf würdiges Sterben in der Verfassung von Florida festgelegt sei Gouverneur Bush, Bruder von US-Präsident Georg W. Bush, ist ein entschiedener Gegner der Sterbehilfe


Aus: TAZ vom 25.09.:

“Zypries für mehr Patientenrechte FREIBURG taz. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf zur Patientenverfügung vorlegen. Sie wird dabei aber von den Empfehlungen der Enquêtekommission “Ethik und Recht in der modernen Medizin” abweichen, die gestern einen Zwischenbericht an Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) übergab. Nach den Vorstellungen der Kommission soll der Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen nur erlaubt sein, wenn eine Krankheit unumkehrbar zum Tod führt. Zypries will Patientenverfügungen auch bei Demenzkranken und Wachkoma-Patienten akzeptieren. Die Selbstbestimmung des Menschen dürfe nicht zu stark eingeschränkt werden. CHR

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