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Wege zu einer humanen Suizidhilfe – Buch der „WOZZ“-Stiftung (siehe auch Nachbemerkungen)

10. November 2008

Die Freiheit haben, human zu sterben

Der Humanistische Verband Deutschlands (Bund) hat mitgeteilt, dass er sich an der Verbreitung des Buches "Wege zu einem humanen, selbst bestimmten Sterben" (Amsterdam, Juli 2008) von Pieter Admiraal, Boudewijn Chabot u. a. beteiligt. Es handelt sich um einen medizinisch-pharmakologischen Ratgeber zur Suizidhilfe mit eigenem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.  Das Buch kostet regulär 25 Euro. Es enthält auch Wissen über das "Sterbefasten", v.a. aber den Gebrauch von suizidgeeigneten Medikamenten und stellt diese mit ihren deutschen und internationalen  Bezeichnungen und mit ihren verschiedenen (Kombinations-)Möglichkeiten detailliert vor. Zugrunde liegen ärztliches  Erfahrungswissen und pharmakologische Fachkompetenz.

Der HVD würde das Buch in deutscher Sprache  auf Wunsch für folgenden Personenkreis bereithalten:

  • nach persönlichen Gesprächen für seine Mitglieder und registrierten Förderer, die beim HVD den Prozess einer sorgfältig aufgesetzten, sogenannten optimalen Patientenverfügung durchlaufen haben
  • für Ärztinnen und Ärzte, die sich an einer Suizidbegleitung beteiligen möchten bzw. dies planen und/oder an einem fachlichen Austausch interessiert sind.

 

Dazu führte der hpd in Juni 2008 ein Interview mit dem Präsidenten des HVD, Dr. Horst Groschopp:

hpd: Befürchten Sie mit Ihrer Entscheidung nicht, als Sterbehilfeorganisation wahrgenommen zu werden?

Groschopp: Oft wird gesagt, der HVD sei ein Lebenskundeverein, andere wieder meinen, er sei ein Sozialverband, wieder andere sehen vor allem seine JugendFEIERn. Wir sind eine Weltanschauungsgemeinschaft mit breitem Profil. Ich betone dies deshalb, weil uns das Gesamtangebot wichtig ist für unsere Haltung zur Problematik. Und wir haben unsere Positionen zu Patientenverfügungen und zur Sterbehilfe in zahlreichen wissenschaftlichen Konferenzen (die wir auch dokumentieren) seit Jahren öffentlich vorgestellt, bis hin zur Mitarbeit in der "Kutzer-Kommission", unserer qualifizierten Stellungnahme zum Gesetzentwurf der Justizministerin Zypries … Weiter siehe: hpd Pressedienst

Zur WOZZ-Stiftung 

2001 haben vier niederländische Ärzte die "Wetenschappelijk Onderzoek naar Zorgvuldige Zelfdooding" (WOZZ) gegründet, eine Stiftung, die wissenschaftliche Untersuchungen zu (ärztlich assisiterten) Selbsstötungen durchführt (darunter Dr. P. Admiraal und Dr. B. Chabot).  Diese Stiftung gibt im Eigenverlag Ratgeberliteratur zum Thema heraus und vertreibt diese außerhalb des Buchhandels.

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Nachbemerkung vom März 2014:

Die WOZZ-Stiftung existiert nicht mehr, das Buch ist vergriffen. Nachdem der Vertrieb über die deutschsprachige Internetseite www.wozz.nl schon lange eingestellt war, ist auch die Internetseite abgemeldet. Die  Betreiber haben bei der Gelegenheit (ohne Rücksprache) auf die Seite www.patientenverfuegung.de verlinkt, wohl weil es früher die Kooperation mit – dem inzwischen verstorbenen – Dr. Pieter Admiraal gab, der eine Druckvorlage zur Verfügung gestellt hatte. Seitdem haben sich in den ersten Monaten des Jahres 2014 Anfragen unter mail@patientenverfuegung.de stark erhöht. 

Insbesondere sind immer mehr Anfragen von Ärztinnen und Ärzten zu verzeichnen. Es wird inzwischen eine Ringbuch-Version (nach Druckvorlage der WOZZ-Stiftung) mit einer Aktualisierung aufgrund von Erfahrungen deutscher Ärzte (in ca. 150 Fällen medikamentöser Suizidhilfe) angeboten.

Auf einem Beiblatt werden die Empfänger um weitere Rückmeldungen (auch anonym) zu Fallbeschreibungen gebeten, wobei zum Thema "Sterbefasten" ein Palliativ-Team in Deutschland die empirische Forschung dazu fortsetzt. 

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Nachbemerkung vom Juli 2016:

Aufgrund der Strafrechtsrisiken durch den im Dez. 2015 in Kraft getretenen § 217 StGB hat der HVD-Bundesverband beschlossen, die Weitergabe des WOZZ-Buches bis auf Weiteres einzustellen.

 

 

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