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Wer hilft mir sterben? Aufklärung und Verantwortung aus humanistischer Sicht

26. September 2013
Podiumsdiskussion in Frankfurt am Main, 18. 10., 19 Uhr

Drei kompetente HumanistInnen aus verschiedenen Praxisfeldern und Professionen werden differenzierte und auch unterschiedliche Antworten geben.

Das Themenfeld der Sterbehilfe wird unter den Aspekten von Aufklärung und Verantwortung beleuchtet.

Wer hilft mir sterben? Was wie eine pietätlose Brüskierung geltender Normen erscheint, ist längst zum normalen Tischgespräch in einer älter werdenden Gesellschaft geworden, deren Mitglieder Lebensqualität und Würde bis zuletzt für sich beanspruchen. Anstelle von Tabuisierung tritt langsam Aufklärung. Aufklärung darüber, dass auch in Deutschland Hilfe zum Suizid praktiziert wird und werden darf, denn Hilfe zum Suizid ist hierzulande nicht generell verboten.

Doch wie können normale Bürger(inn)en sich darauf vorbereiten, später einmal entsprechende Hilfsangebote auch zu finden? Sollte es gar neben dem Recht, selbst aus dem Leben zu scheiden auch ein Recht auf ärztliche Hilfe dazu geben? Doch wo sollen die Grenzen gezogen werden, wer soll welche Sorgfaltskriterien formulieren und kontrollieren? Wie kann gleichzeitig die Verhütung für die suizidgefährdeten Menschen gestärkt werden, die aufgrund von Verzweiflung, Vereinsamung oder psychischen Erkrankungen Schluss machen wollen?

Kann ein  Sterben nicht auch ganz autonom und ohne Sterbehilfeorganisation verlässlich beschleunigt werden etwa durch einen in einer Patientenverfügung festgelegten Verzicht auf künstliche Ernährung? Was bedeutet die Alternative einer hospizlich und palliativmedizinisch begleiteten letzten Lebensphase? Wäre ein Sterbefasten eine unzumutbare Belastung für einen Schwerstkranken, der lieber nur tot sein will? Wie ist jeweils die Rechtlage was muss juristisch beachtet werden?

Drei kompetente HumanistInnen aus verschiedenen Praxisfeldern und Professionen werden differenzierte und auch unterschiedliche Antworten geben. Sie alle können auf ihrem Gebiet als Pioniere gelten Bücher mit ihren Beiträgen sind inzwischen in mehreren Auflagen erschienen. Sie haben in zahlreichen Veranstaltungen, Interviews oder Fernsehporträts für humane Sterbemöglichkeiten geworben und gestritten.

Der Arzt Uwe-Christian Arnold war als Urologe in eigener Praxis in Berlin tätig. Zu seinem Humanitäts-Ethos (mit Bezug auf das ärztliche Genfer Gelöbnis) gehörte immer schon, Würde und Selbstbestimmung seiner Patienten unbedingt zu achten. Er bekennt sich dazu, in zahlreichen Fällen straffreie Suizidhilfe geleistet zu haben. V. a. nach seinem Auftritt in der Sendung hart aber fair vom 19.11.2012 (Mut zur Menschlichkeit oder Mord?) erhält er täglich E-Mails, Anrufe oder Briefe von Hilfesuchenden. Standesrechtliche Sanktionen gegen ihn durch die Berliner Ärztekammer konnte er in einem Verwaltungsgerichtsprozess erfolgreich zurückweisen.

Die Diplompsychologin und Medizinethikerin Gita Neumann ist seit 20 Jahren im Humanistischen Verband in Berlin für Lebenshilfe, Begleitung von Sterbenden, Trauernden und Menschen in existentiellen Lebenskrisen sowie für ethische Fragen zuständig. Sie bietet auch eine humanistische Suizidkonfliktberatung an, die in ihrer Ergebnisoffenheit als Innovation gilt. Als Leiterin der Zentralstelle Patientenverfügung des HVD setzt sie sich ein für praxistaugliche, individuelle Vorsorgeinstrumente, für kompetente Beratung dazu und für Fortbildungen im Gesundheitsbereich.

Der Neurobiologe Dr. Christian Walther (i.R.) arbeitete am Physiologischen Institut der Universität Marburg. Er ist Co-Autor des Buches Ausweg am Lebensende (zusammen  mit dem Arzt und Psychiater Boudewijn Chabot). Darin wird eine uralte, neu entdeckte Methode vorgestellt: Das Sterbefasten zum gewünschten Tod. Er erklärt umfassend, welche Aspekte zu beachten sind und welche Zielgruppe überhaupt in Frage kommt. Auch Vorbehalte gegen möglicherweise sehr unangenehme Begleiterscheinungen des freiwilligen Verzichtes auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) werden berücksichtigt.

Moderation: Dr. Florian Zimmermann, Vorstandsmitglied im HVD Hessen.

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 3 Euro, für HVD-Mitglieder frei.

SAALBAU Titus Forum

Walter-Möller-Platz 2

60439 Frankfurt am Main

 

„Würde und Eigenverantwortung am Ende des Lebens“ im Kurhaus Bad Homburg, Louisenstraße, Eintritt frei

Der Untertitel lautet: Palliativmedizin oder Sterbehilfe“ und in diesem Sinne werden zwei ärztliche Kontrahenten aufeinandertreffen, die im Programm wie folgt vorgestellt werden:

>> „Sterbehilfe in Form früherer Herbeiführung des Todeszeitpunktes lehne ich als Arzt ab. Dies kann ich guten Gewissens tun, da ich weiß, dass kein Mensch trotzdem körperlich leiden muss. Palliativversorgung kann lindernd helfen, so dass man den natürlichen Todeseintritt ohne Leiden erwarten kann.“ Das ist der Standpunkt von Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung und Facharzt für Palliativmedizin.
Uwe-Christian Arnold, Arzt und Sterbehelfer“ aus Berlin, ist ebenfalls am 1. Oktober dabei und vertritt den konträren Standpunkt. Er befürwortet den ärztlich assistierten Suizid. Er diskutierte zu diesem Thema bereits in Frank Plasbergs Sendung Hart aber Fair“. <<

Darüber hinaus sind auf dem Podium vier weitere Diskutant/-innen vertreten. http://www.medandmore.de/index.php/projekte/palliativmedizin-oder-sterbehilfe

 

 

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