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„Übertherapie am Lebensende – Ein Feature über den Umgang mit Sterbenskranken“

20. Februar 2019

Viele Sterbenskranke in Deutschland leiden unnötig. Ärzte behandeln Patienten noch kurz vor ihrem Tod mit aggressiven Therapien, die ihnen mehr schaden als nützen. Und nicht immer bekommen Patientenverfügungen die Beachtung, die sich ihre Verfasser wünschen.

Bettlägerige Heimbewohner ohne Aussicht auf Genesung werden mitunter gegen ihren Willen wiederbelebt und auf Intensivstationen eingeliefert. Schwerstdemenzkranke bekommen eine Magensonde, obwohl ihnen das vor allem Komplikationen einbringt. Sterbende, deren Organe kaum noch arbeiten, werden mit einer Blutwäsche gequält. Warum ist es so schwer, am Lebensende das Richtige zu tun? Welche Behandlung ist im Endstadium einer Krankheit zu viel? Und kann eine Patientenverfügung vor dem Zuviel schützen? ARD-Autorin Martina Keller hat zu diesen und weiteren Fragen recherchiert – mit teils erschreckenden Erkenntnissen. 

„Übertherapie am Lebensende – Ein Feature über den Umgang mit Sterbenskranken“ heißt das neue ARD radiofeature. Ab Mittwoch, 20. Februar 2019, ist es in sieben Wort- und Kulturwellen der ARD zu hören und im Internet unter https://beta.ardaudiothek.de/ sowie als Podcast verfügbar. 

Die Ursachen der Überversorgung von Menschen am Lebensende sind komplex: Die Hoffnung aufzugeben fällt schwer – Ärzten wie Patienten. Onkologen überschätzen oft, was Medikamente am Lebensende leisten können. So mancher Patient landet in einer sogenannten Beatmungs-WG, obwohl er von der Maschine entwöhnt werden könnte. Ob er dort von einem kompetenten Pflegedienst betreut wird, für das er mehr ist als ein „Kunde“, ist oft Glücksache. Patienten und Angehörige vertrauen ihren Ärzten. Doch die sind meist nicht darin ausgebildet, den Patienten auch schlechte Nachrichten zu vermitteln.

Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen müssen oft schwierige Entscheidungen treffen. Was hilft, sind Zuwendung, Zeit, gute Information und gute Medizin. Patienten brauchen Ärzte, die um ein Leben kämpfen, aber auch um Grenzen wissen. Und Ärzte, die helfen, wenn Heilung nicht mehr möglich ist.

Martina Keller arbeitet als freie Journalistin in Hamburg zu Themen aus Medizin und Wissenschaft und ist Autorin für Radiofeatures der ARD, für Printmedien wie DIE ZEIT, Geo oder Der Spiegel. 2012 gehörte sie einem Team des „International Consortium of Investigative Journalists“ an, das die Verflechtungen des internationalen Leichenhandels recherchierte. 2010 erhielt sie den Feature-Preis der Stiftung Radio Basel, 2011 den Pater-Hans-Hofschneider Recherchepreis, 2012 den Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus in der Kategorie Text.

Sendetermine:

SWR                                     Mittwoch, 20. Februar 2019, 22:03 Uhr

BR 2                                       Samstag, 23. Februar 2019, 13:05 Uhr

SR 2 KulturRadio                Samstag, 23. Februar 2019, 17:04 Uhr

Bremen Zwei (RB)              Samstag, 23. Februar 2019, 18:05 Uhr

WDR 5                                  Sonntag, 24. Februar 2019, 11:04 Uhr

NDR Info                              Sonntag, 24. Februar 2019, 11:05 Uhr

hr2-kultur                              Sonntag, 24. Februar 2019, 18:05 Uhr

Redaktion: Dorothea Runge (WDR)

Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks für das ARD radiofeature 2019

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