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Vegetativer Status

15. Februar 2012

Auch apallisches Syndrom genannt. Andauernder Ausfall der Großhirnrinde (Bewusstlosigkeit), häufig nach Sauerstoffunterversorgung bei notwendiger
Wiederbelebung. Organfunktionen (wie eigenständiges Atmen) sind meist erhalten, bzw. haben sich bei Besserung eines vorausgegangenen (tiefen) Komas wieder eingestellt. Auch eingeschränkte, nicht zielgerichtete Bewegungen sin dmöglich. Die internationale Abkürzung »PVS« steht für »Persistent Vegetative State«, für einen vegetativen Zustand, der mindestens 4 – 6 Wochen nach dem akuten Hirnschaden angehalten hat. Er muss aber nicht unumkehrbar sein. Die Patienten in diesem Stadium können jahrelang am Leben erhalten werden. Typisch sind zyklisch geöffnete (dabei ins Leere blickende) Augen, d. h. ein Schlaf-Wach-Rhythmus, was umgangssprachlich zur irreführenden Bezeichnung Wachkoma geführt hat. Die Grenzen zum »Minimalen Bewusstseinszustand« (z. B. nach schwerem Schädel-Hirntrauma) sind fließend. Manche Experten fürchten, dass ein erheblicher Teil der Patienten mit PVS fehldiagnostiziert sein könnte. I. d. R. muss auch bei Rückkehr des Bewusstseins mit vielfältigen Behinderungen gerechnet werden. Ärztliche Empfehlungen zur Prognose entbehren nicht subjektiver Wertungen. Manche Ärzte sehen eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, nicht mehr aufzuwachen, nach frühestens 3 bis 6 Monaten oder allenfalls nach 12 Monaten (dann in noch ca. 1–2 % der Fälle) oder sogar erst nach Jahren als gegeben an. (Andere schlagen den Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen  bereits 2-3 Tage nach akutem Hirnschaden vor, sofern dann keine Zeichen wie Pupillenreaktion, Schmerz und Lidschlussreflex mehr festzustellbar sind).

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