Glossar

Was ist Aufwachen aus dem Koma?

„Wenn ein Aufwachen aus dem Koma aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr zu erwarten ist, sollen lebenserhaltende Maßnahmen beendet werden.“ So ähnlich lauten viele Patientenverfügungen. Aber wie groß darf und kann diese Wahrscheinlichkeit sein, um eine sichere Prognose zu stellen? Beide waren sie etwa gleich alt und prominent. Beide waren sie auf Skiern unterwegs und beide […]

BGH-Beschluss 2014 zu Ermittung des Patientenwillens bei Koma

Ausnahmen der Genehmigungspflicht Der BGH stellte in einem Beschluss v. 17.9.2014 (XII ZB 202/13) klar: Die Einwilligung in den Abbruch der künstlichen Ernährung der einwilligungsunfähigen Betroffenen (hier einer Komapatientin) bedarf gemäß § 1904 Abs. 2 BGB der betreuungsgerichtlichen Genehmigung. Einer solchen Genehmigung bedürfe es nur dann nicht, wenn eine wirksame Patientenverfügung gemäß § 1901a Abs. […]

Konfliktfälle auch mit PV des Justizministeriums bei schweren Hirnschädigungen vorprogrammiert

Die Zentralstelle Patientenverfügung weist wegen zunehmender Konfliktfälle auf Mängel auch offizieller Patientenverfügung-Muster  hin: Bei den meisten Entscheidungsfälle bei schwerer Gehirnschädigung weisen diese durchaus noch Potential zur Besserung auf. Dies wird  von Ärzten  dann auch zu Recht so mitgeteilt.  Aber auch bei einer (ggf. nur geringfügigen) Besserung ist mit Dauerschädigungen bei bleibender Einwillungsunfähigkeit und (ggf. schwerer) […]

Geschäft mit dem Sterben und Übertherapie – welche PV taugt wirklich dagegen?

  Wenn Patientenverfügungen rechtswidrig missachtet werden, geschieht dies so der frühere Intensivmediziner Dr. Matthias Thöns, der heute in der Palliativversorgung tätig ist – in der Regel aus Geschäftsinteressen. Diese können als kriminell bezeichnet werden. Aber häufig sind dafür, dass im Konfliktfall gerade nicht im Sinne des Vorsorgenden entschieden wird, auch untaugliche bzw. vage oder lückenhafte […]

Pille gegen das Vergessen – Forschung an einwilligungsunfähigen alten Menschen?

Sang- und klanglos wollten Gesundheitsminister Hermann Gröhe und Forschungsministerin Johanna Wanka sogenannte gruppen- bzw. rein fremdnützige Forschung an Demenzkranken zukünftig erlauben. Unter der Bedingung, dass die Betroffenen in einer vorsorglichen Verfügung zugestimmt haben. Jahre vorher, ohne wissen, welche Eingriffe dann überhaupt damit verbunden sein werden. Doch die Initiatoren und Befürworter der Neuregelung sind massiv in […]

Demenzforschung an nicht-einwilligungsfähigen Kranken? Zum Mitdiskutieren

Alzheimerkranke im fortgeschrittenen Stadium können aggressiv werden, hemmungslos schreien, unter völliger Verkennung der Wirklichkeit, Ängsten und starken Verstimmungen leiden. Umso intensiver suchen Forscher nach geeigneten Therapien – die es bisher nicht gibt. Die Bundesregierung plant dazu eine Änderung des Arzneimittelgesetzes. Darin könnten laut Entwurf Medikamententests an Patienten mit schwerer Demenz auch dann erlaubt werden, wenn […]

Vollmacht für gesundheitliche Angelegenheiten

Kurz »Gesundheitsvollmacht«. Umfasst die Befugnis zur Regelung aller Angelegenheiten, die erforderlich sind, um für die Gesundheit eines einwilligungsunfähig gewordenen Patienten zu sorgen sowie seinen Willen (Patientenverfügung) zur Geltung zu bringen (ohne nach eigenem Gutdünken entscheiden zu dürfen).

Patientenverfügung

Schriftliche Willenserklärung eines Volljährigen – Voraussetzung: Einwilligungsfähigkeit – über die gewünschte Anwendung, zeitliche Begrenzung oder Ablehnung medizinischer Maßnahmen. Sie gilt vorsorglich für den Fall späterer Einwilligungsunfähigkeit, d. h. wenn Art, Bedeutung, Tragweite und auch die Risiken der Maßnahmen nicht mehr erfasst werden können. Die Verbindlichkeit von Patientenverfügungen ist seit 2009 gesetzlich im § 1901 a Absatz 1 BGB geregelt und setzt voraus, dass […]

Prognose

Ärztliche Einschätzung des (wahrscheinlichen!) Krankheitsverlaufs. Die Aussicht auf Besserung (oder gar auf Heilung) kann gut sein (bei ca. 50%iger Wahrscheinlichkeit), realisitsich sein oder (selbst die Aussicht auf Stabilisierung) nur noch gering sein. Zu berücksichtigen sind dabei die (ggf. vorher geäußerten) Einstellungen und Abwägungen des Betroffenen bezügich Hoffnung, Belastung, Lebensqualität, bleibenden Schädigungen. ,

Vegetativer Status

Auch apallisches Syndrom genannt. Andauernder Ausfall der Großhirnrinde (Bewusstlosigkeit), häufig nach Sauerstoffunterversorgung bei notwendiger Wiederbelebung. Organfunktionen (wie eigenständiges Atmen) sind meist erhalten, bzw. haben sich bei Besserung eines vorausgegangenen (tiefen) Komas wieder eingestellt. Auch eingeschränkte, nicht zielgerichtete Bewegungen sin dmöglich. Die internationale Abkürzung »PVS« steht für »Persistent Vegetative State«, für einen vegetativen Zustand, der mindestens […]

Invasiv

Diagnostische oder therapeutische Techniken, die gewebeverletzend in den Körper eindringen. Gegenteil: Nicht-invasiv sind (meist weniger belastende bzw. unangenehme) Maßnahmen wie z.B. eine körperliche Untersuchung oder ein bildgebendes Verfahren.

Tötung auf Verlangen

Gemäß § 216 Strafgesetzbuch mit Freiheitsentzug ab ½ Jahr bis zu 5 Jahren bestraft. Begrifflich oft als gleichbedeutend mit „aktiver Sterbehilfe“ gebraucht. Tritt in Folge eines Tuns vorzeitig der Tod ein, ohne dass Verlangen oder auch nur eine Zustimmung vorliegt, handelt es sich hingegen um Totschlag oder Mord.

Selbsttötung

Die Selbsttötung eines Freiwillensfähigen und die Hilfe dazu ist straflos (wobei der Sterbewillige letztendlich die Tatherrschaft hat, indem er z. B. einen Becher mit tödlich wirkenden Medikamenten selber austrinkt). Seit Dezember 2015 ist allerdings eine geschäftsmäßige, d.h. auf Wiederholung zielende Förderung“ von Suizidhilfe durch einen neu eingeführten 217 StGB verboten dagegen sind Verfassungsbeschwerden eingereicht worden.

Sedierung

Verwendet werden dämpfende und/ oder angstmindernde Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Narkotika, Sedativa (Typisch etwa Benzodiazepin, Diazepam; auch Neuroleptika bzw. Psychopharmaka und Opioide). In der Final- oder Sterbephase werden diese auch als „Ko-Medikation“ zusammen mit Schmerzmitteln verabreicht, oder auch zur sog. palliativen oder terminalen Sedierung. Die gewünschte Sedierungstiefe und -art (andauernd oder unterbrochen) wird je nach Situation vom Arzt […]

Schmerz, chronisches Leiden

Wenn Schmerzen ihre Warnfunktion verloren haben, können sie zu einem eigenständigen Krankheitsbild führen. Diese Schmerzkrankheit ist neben den organischen auch durch die daraus folgenden psychosozialen Veränderungen definiert und sie bestimmt das ganze Leben des Patienten. Als Beispiele seien nur genannt Kopf- und Rückenschmerzen, Neuralgien, Knochen-, Rheuma- oder auch Phantomschmerzen. Sie sind meist multikausal und die […]

Wiederbelebung (=Reanimation)

Maßnahmen bei Atem-, Herz- und Kreislaufstillstand, die geeignet sind, die Sauerstoffversorgung aufrechtzuerhalten bzw. wieder in Gang zu setzen, z. B. durch Herz-Lungen-Reanimationsapparaturen. Ist die Wiederbelebung erst nach mehr als 5 Minuten erfolgreich, muss mit schwerer Gehirnschädigung (siehe auch: Vegetativer Status) durch den erlittenen Sauerstoffmangel im Gehirn gerechnet werden.

Hospizversorgung

Ausschließlich für Sterbende und unheilbar Schwerstkranke (meist Krebspatienten); sorgfältige Basispflege, Schmerztherapie, psycho-soziale Ansprache und spirituelle Sterbebegleitung, wobei »aktive« Sterbehilfe als gezielte Todesbeschleunigung ethisch abgelehnt wird. I. d. R. ambulant, d. h. zu Hause, unter Beteiligung ehrenamtlicher Helfer/innen. Stationäre Aufnahme nur, wenn eine häusliche Versorgung nicht mehr möglich ist (Pflegeheimbewohnerinnen können nicht mehr ins Hospiz). Die […]

Hirntod

Irreversibles (d.h. nicht umkehrbares) Erloschensein der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms, i.d.R. nach Kopfverletzung. Betroffen sind ca. 1% aller Verstorbenen. Beim Hirntod sind (anders als beim darauffolgenden Herztod als klassischem Todeszeichen) durch kontrollierte Beatmung Herz-Kreislauf-Funktionen noch künstlich aufrecht zu erhaltenen. Die Feststellung und Dokumentation des Hirntodes ist Voraussetzung für die „Entnahme“ lebensfähiger […]

Schlaganfall

Zugrunde liegt eine Durchblutungsstörung im Gehirn mit plötzlichem Mangel der Nervenzellen an Sauerstoff und anderen Substraten. Als Ursache zu unterscheiden sind eine auftretende Minderdurchblutung (Primärer Hirninfarkt infolge verstopfter Arterie) und eine akute Hirnblutung (in Folge einer geplatzten Arterie). Um den Schaden, den ein Schlaganfall im Gehirn verursacht, zu verringern und die Chancen auf eine komplette […]

Einwilligung

Ohne diese (entweder des Patienten oder seines legitimierten Vertreters) ist jeder medizinische Eingriff rechtswidrig (Ausnahme: Unmittelbarer Notfall) und der Arzt kann wegen Körperverletzung belangt werden.

Chemotherapie

Meist ist die medikamentöse Bekämpfung von Krebs-Tumoren (mit oft gefürchteten Nebenwirkungen) gemeint. Es kann sich jedoch auch um chemische Stoffe mit schädigender Wirkung auf Infektionserreger handeln. Eine Chemotherapie kann das Ziel der Heilung, Stabilisierung oder auch Linderung haben.

Indikation (absolute / relative) und Dialog mit dem behandelnden Arzt

Der nachstehende Text wurde von Dr. M. Strätling verfaßt, bevor es zur zivil- und strafrechtlichen Klarstellung kam. Mit grundsätzlichen Konflikten mit Ärzten bei einer gültigen Patientenverfügung ist seitdem glücklicherweise nicht mehr zu rechnen. Dennoch halten wir den nachstehenden Text insbesondere dann für hilfreich, wenn es um die Abklärung von Behandlungsaussichten, d. h. Indikationn und zu […]

Sterbehilfe

Maßnahmen zur Erleichterung des Sterbens todkranker Menschen. Alle Hilfen, die Schmerzen und Qualen lindern und ein Unterlassen von unzumutbarerLeidverlängerung bedeuten, sind ethisch und ärztlich geboten, wenn der Patient sich bereits unabwendbar im Sterbeprozess befindet. Unterlassung von Therapie wird oft als »passive« Sterbehilfe bezeichnet, obwohl damit auch ein (aktiver und zum Tode führender) Abbruch von Maßnahmen […]

Unterbringung

Ein besonderer Bereich im Sinne des Betreuungsgesetzes (siehe: Betreuungsfall). Dazu gehört die Unterbringung von psychiatrischen Patienten, die sich selbst gefährden, in geschlossenen Abteilungen einer Einrichtung; darüber hinaus freiheitsentziehende Maßnahmen aller Art (auch das Anbringen von Bauchgurten und Bettgittern bei Sturzgefahr). Dieser Aufgabenbereich muss gemäß § 1906 BGB in einer Gesundheitsvollmacht gesondert erwähnt werden. Sonst würde […]

Sektion

Untersuchung der Leiche zur Klärung der Todesursache zur Vervollkommnung wissenschaftlich-medizinischer Erkenntnisse (freiwillig im Unterschied zur Leichenschau, die zur juristischen Klärung angeordnet wird).

Patientenvertreter

Sowohl Gesundheitsbevollmächtigter als auch gerichtlich bestellter Betreuer. Auch Ehegatten oder Kinder sind im Betreuungsfall keinesfalls automatisch gesetzlicher Patientenvertreter.

Palliativmedizin

Kommt ambulante (am Lebensende) in Frage oder stationär (Palliativstation im Krankenhaus – dort nur vorübergehnd mit Entlassung nach durchschnittlich 10 Tagen). Ganzheitlich-interdisziplinäres medizinisches Behandlungskonzept. Alle angezeigten Maßnahmen zur Linderung von psychischen und körperlichen Symptomen, Schmezren und Beschwerden bei unheilbar Kranken (v.a. Krebspatienten). Palliative Medizin zielt auf Stabilisierung und Lebensqualität bis zum Schluss, und wirkt dadurch […]

Organspende

Erlaubnis zur Entnahme nach eigenem Hirntod zur Verpflanzung eines noch intakten Organs in den Körper eines Anderen (des sogenannten Organempfängers). Dies ist nur auf der Intensivstation unter organerhaltenden Maßnahmen möglich, nachdem vorher für die Lebensrettung des Spenders – vergeblich – alles getan wurde. Organspende-Bereitschaft und Patientenverfügung sollten aufeinander abgestimmt sein.

Notfall, medizinischer

Wenn – krankheits- oder unfallbedingt – eine akut lebensbedrohliche Störung der Vitalfunktionen (Atmung, Herz-Kreislauf-System, Stoffwechsel) vorliegt. Z. B. bei Herz­versagen, Schock, Schädel-Hirn-Trauma (Gehirnschädi­gung), Vergiftung mit Multiorganversagen (Sepsis), Stoffwechselentglei­sung. Siehe auch: Wiederbelebung.

Narkotika

Betäubende Medikamente, die geeignet sind, eine Narkose herbeizuführen (=umfassende aber rückführbare Lähmung des Zentralnervensystems mit weitest­gehender Ausschaltung von Bewusstsein, Schmerzempfinden und Reflexen, jedoch bei erhaltener Funk­tionsfähigkeit lebenswichtiger Zentren). Narkotika sind von Schlaf­mitteln und Sedativa (=dämpfende Beruhigungsmittel) nicht scharf abzugrenzen.

Koma

Zustand tiefster, durch äußere Reize nicht zu unterbrechende Bewusstlosigkeit mit sehr verschiedenen Ursachen (wie Stoffwechselentgleisung bei Diabetes, schwere Nieren- und Lebererkrankung, hirnorganische Verletzung und Blutung). Patienten sind bettlägerig, müssen immer künstlich ernährt und meist auch künstlich beatmet werden (Intensivmedizin). Lebensgefahr und Prognose, wieder zu erwachen oder gar zu genesen, sind beim Koma sehr differenziert zu […]

Intensivmedizin

Apparative und fachpersonelle Voraussetzungen zur Überwachung und (maximaler) Therapie im akuten Notfall, bei und nach Operationen, auch bei chronischer Abhängigkeit von maschineller Lebensverlängerung (z. B. von künstlicher Beatmung).

Hungergefühl

Das Stillen von Hunger- und Durstgefühl gehört zu den Basismaß­nah­men jeder lindernden Therapie. Viele Schwerkranke dies gilt ausnahmslos im Sterbe­prozess, mit großer Wahrscheinlichkeit auch im Wachkoma haben allerdings kein Hungergefühl mehr. Künstliche Ernährung kann dann nicht mehr als lindernde Maß­nahme betrachtet werden.

Hinterlegung

Verwahrung von Urkunden und Dokumenten. Bei Patientenverfügungen, die von Zeit zu Zeit zu aktualisieren oder zu verändern sind, ist darauf zu achten, dass eine Hinterlegungsstelle hierfür Serviceleistungen anbietet. Bei der Bundesnotarkammer erfolgt nur eine elektronische Registrierung mit Kontaktdaten zur Patientenverfügung.

Gehirnschädigung / -verletzung

I. d. R. plötzlich erworbene Unfähigkeit zu bewusstem Denken, zum Gewinnen von Einsichten, ggf. auch zu gezielten Bewegungen. Als Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet werden Kopfverletzungen mit direkter Gehirnbeteiligung. Dies kann von leichter Gehirnerschütterung über vorübergehende Bewustlosigkeit bis hin zu schwersten gesitig-körperlichen Dauerschädigungen reichen. Auch ein indirekt ausgelöster Sauerstoffmangel im Gehirn (z. B. bei Herzinfarkt oder Verschluss der […]

Ernährung, künstliche

Erfolgt in der Notfallmedizin meist mittels Infusion (Nährlösung in die Vene), mittels Mund- oder Nasensonde (weicher Gummischlauch) in den Magen oder heute sonst meist durch eine sogenannte PEG-Magensonde (dünner Schlauch durch die Bauchdecke direkt in den Magen). Die PEG-Sonde (Perkutane endoskopische Gastrostomie) einen operativen Eingriff voraussetzt und keine Notfallmaßnahme ist, darf und wird sie von […]

Durstgefühl

Dieses ist bei Schwerkranken zwar länger als das Hungergefühl vorhanden, jedoch v. a. verursacht durch Mundtrockenheit. Zur Linderung ist deshalb im Sterben neben dem Anfeuchten der Atemluft eine fachgerechte Mundpflege sehr wichtig (z. B. Gabe von Eistückchen). Hingegen ist die Zufuhr zu großer Flüssigkeitsmengen bei Sterbenden schädlich, weil sie zu Wasseransammlungen und quälenden  Folgebeschwerden wie Atemnot u. a. […]

Dialyse

Medizinisch-apparative Blutwäsche bei akutem oder chronischem Nieren­versagen, zur Verhinderung einer Harnvergiftung.

Demenz

Fortschreitender Verlust an Gedächtnisleistungen, kognitiven, sozialen (und ggf. auch motorischen) Funktionen inkl. Sprachvermögen. Geht nach mehrjährigem Verlauf meist in völlige Pflegebedürftigkeit über. Die mit über 70 % häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung. Daneben kommen auch Gefäßsklerosen (Arterienverkalkung) und andere Gehirnschädigungen in Frage.

Atemnot, quälende

Schwere Atemstörung; teils mit Erstickungsangst verbundene, subjektiv sehr belastende Empfindung, vermehrt Atemtätigkeit leisten zu müssen. Oft ist nicht Sauerstoffmangel die Ursache, sondern der zentral gesteuerte Atemantrieb wird durch vermehrtes CO2 im arteriellen Blut verstärkt. Zur Dämpfung steht als medikamentöse Therapie schnell wirkendes Morphin an vorderster Stelle: Die Empfindung, Atem holen zu müssen, wird dadruch nicht […]

Sepsis

Auch Blutvergiftung genannt. Allgemeininfektion über die Blutbahn durch einen zunächst örtlich begrenzten Krankheitsherd (Auslöser: Keime aller Art, Bakterien, Pilze, Viren). V. a. bei geschwächten Patienten können dann Giftstoffe in kurzer Zeit den ganzen Körper überschwemmen und zu „Multiorganversagen“ führen. Die Lebensbedrohung wird meist unterschätzt, dabei handelt es sich bei Sepsis um die dritthäufigste Todesursache. Die Anfangssymptome […]

Amputation

Kunstgerechtes „Abtrennen“ eines Körperteils an der durch die Erkrankung (z. B. Sepsis) bestimmten Stelle. Oft sind bei Altersdiabetes („Zucker“) Wundinfektionen oder Durchblutungsstörungen Anlass für eine Fuß- oder auch Beinamputation.

Morphin

Gewonnen aus Opium, Oberbegriff auch Opioide. Indikation für den medizinischen Einsatz sind stärkste Schmerzen, die durch weniger wirksame Schmerzmittel nicht mehr gelindert werden können. Beispiel hierfür sind Tumorschmerzen bei Krebserkrankungen. Auch bei akuten Schmerzen durch Unfälle oder Herzinfarkt sowie qualvoll empfundenen Erstickungssymptomen sind Morphin und verwandte Substanzen Mittel der Wahl. Weniger wirksam ist Morphin bei […]

Beatmung, maschinelle bzw. künstliche

Ersatz oder Unterstützung der Atemtätigkeit, vorübergehend oder dauerhaft (auch im Koma) durch ein Beatmungsgerät, d.h. maschinell, mit unterschiedlichen Techniken und Vorgaben (Luftvolumen oder Druck betreffend). Erfolgt invasiv mittels Beatmungsschlauch (Tubus). Dieser wird gelegt über ein Tracheostoma (Öffnung nach Luftrährenschnitt, Folge: Unfähigkeit zm Sprechen, welches aber mit Kanüle erlernt werden kann) oder über den Mund (Folge: […]

Betreuungsfall

Wenn jemand seine Angelegenheiten (ganz oder teilweise) nicht mehr selbst regeln kann. Ein sogenannter Betreuer wird dann für bestimmte Aufgabenbereiche gerichtlich eingesetzt. Um dies zu vermeiden, kann eine (Vorsorge-)Vollmacht Voraussetzung: Geschäftsfähigkeit des Vollmachtgebers für eine Vertrauensperson ausgestellt werden. Diese kann verschiedene Angelegenheiten (z. B. gesundheitliche oder finanzielle) abdecken.

Alzheimer Erkrankung

Fortschreitender Gehirngewebeschwund, Nachlassen der geistigen Fähigkeiten, Form der Demenz, die zu Gedächtnisstörung, Orientierungs- und Ratlosigkeit führt, später zu Affektstörungen, Inkontinenz (=unwillkürlicher Abgang von Stuhl und Harn), Nicht-Mehr-Erkennen von Angehörigen, Persönlichkeitszerfall. Im »Endstadium« ist auch eine natürliche Nahrungsaufnahme i. d. R. nicht mehr möglich.