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Aerzliche Suizidhilfe in Deutschland: Fachwelt bricht Tabu

19. April 2009

Während der deutsche Bundestag die Patientenverfügung für einwilligungsunfähig gewordene Patienten offenbar nicht (mehr) gesetzlich zu normieren gedenkt, hat eine neue Debatte die Fachwelt erreicht: Über den noch frei willensfähigen Patienten. Bisher undenkbar, ist ärztlich assistierter Suizid in Deutschland in diesem Jahr bereits mehrfach als spezielles – ganz normales – Fachtagungs-/Veranstaltungsthema angekündigt:

1.) "Begleiteter Suizid" am 6. Mai in Hannover

Veranstalter: Justizministerium und Ärztekammer Niedersachsen / Med. Hochschule Hannover, Programm: www.mh-hannover.de/suizid.pdf (Mitgeteilt von Dr. Neitzke). Eintritt frei – zumindest keine Angabe im Programm.

2.) Fachtagung am 16. Oktober in Koblenz

"Im Rahmen einer mit renommierten Referenten besetzten Veranstaltung am 16.10.09 in Koblenz wird den Fragen nach dem Grund und den Grenzen einer ärztlichen Assistenz bei einem frei verantwortlichen Suizid nachgegangen. Mehr dazu erfahren Sie auf den Seiten des Veranstalter unter http://www.nursing-health-events.de … " (Mitgeteilt von Lutz Barth) Frühbucherrabatt: 225 €.

3.) Geplante Tagung kritischer Ärzte 

Auch ein Kreis von Ärzten, die nicht mit der Ablehnung des ärztlich assistierten Suizids durch die Bundesärtzekammer einverstanden sind, ist eine Veranstaltung zum Thema geplant (wir werden darüber rechtzeitig informieren).   

4.) Doku-Film "Streit um den selbstbestimmten Tod" geht auf Reisen: Aufführungen am 12. Mai und 9. Juni in Berlin, am 5. Nov. in Stuttgart

Kompletter 45 min. Film siehe:
http://ardmediathek.de/ard/servlet/content/1860302

Zum Auftakt läd die HVD-Regionalgruppe Berlin Marzahn/ Hellersdorf am Dienstag, den 12. Mai um 14 Uhr zum gemeinsamen Anschauen und Diskutieren ein. Interessenten können sich anmelden unter 030 / 613 90 4-19
Am 9. Juli, 18 Uhr wird es ebenfalls in Berlin eine größere Veranstaltung gemeinsam mit der Redakteurin Liz Wieskerstrauch (die den Film gemacht hat) und dem FDP-Politiker Michael Kauch (FDP/ MdB) geben. Vorausschau: 5. November in Stuttgart. Der Film dokumentiert neben einem durchaus möglichen begleiteten Suizid zu Hause in Deutschland auch eindrücklich die Problematik des Nicht-Sterben-Lassens von Komapatienten.

Eintritt jeweils frei. Kontakt über: mail@patientenverfuegung.de


Wir erinnern uns:

Mitte März 2009 rief der renommierte Rechtsprofessor Taupitz im SPIEGEL Ärzte zur Suizidhilfe auf:

"Es gibt gute Gründe für den Wunsch, sein Leben zu beenden, und Ärzte können dabei helfen. So lautet die Argumentation des Medizinethikers Taupitz, mit der er Mediziner zur Suizid-Hilfe auffordert. Über ethische Fragen könne sich der Arzt ‚problemlos hinwegsetzen‘. Eine Forderung, die auf scharfe Kritik stößt. … Taupitz begründet seine Forderung nach Suizid-Hilfe damit, dass Ärzte für diese Aufgabe besonders gut qualifiziert seien. Sie wüssten, ‚ wie man Medikamente richtig dosiert‘. ‚Nichts ist schlimmer als ein misslungener Suizid‘, betonte er. … " (Quelle  www.welt.de/politik)

 

 

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