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Der Mensch in Verzweiflung

4. April 2009

Deutschland: Der Mensch in Verzweiflung

Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) will den höchst sensiblen und sehr informativen Dokumentarfilm „Streit um den selbstbestimmten Tod" mit einem möglichst breiten Publikum in ganz Deutschland diskutieren. 

Drei authentische Fallgeschichten werden darin gezeigt und kommentiert von jeweils zwei Juristen, zwei Religions- bzw. Weltanschauungs-Vertreterinnen und zwei Ärzten. Unter letzteren spricht sich der Palliativprofessor G.-D. Borasio eindeutig gegen den ärztlich assistierten Suizid aus und zeigt die palliativmedizinischen Möglichkeiten auf, so dass auch niemand bei Atemnot Angst haben müsste, qualvoll zu ersticken. Der praktische Arzt Dr. Winfried Beck schildert, dass sich "der Mensch in Verzweiflung" zunächst an seinen Arzt wendet, dort aber Abneigung und Widerstand gegen eine mögliche Leidensverkürzung erfährt. Beck, der im Vorstand demokratischer Ärztinnen und Ärzte ist, spricht sich für ärztliche Suizid- und Sterbehilfe aus.

Kompletter Film siehe:
http://ardmediathek.de/ard/servlet/content/1860302

Zum Auftakt läd die HVD-Regionalgruppe Berlin Marzahn/ Hellersdorf am

Dienstag, den 12. Mai um 14 Uhr

zum
gemeinsamen Anschauen und Diskutieren im kleinen Kreis ein.
Interessenten außerhalb der Regionalgruppe können sich anmelden unter
030 / 613 90 4-19 oder per eMail unter mail@patientenverfuegung.de
Vorausschau:
Am 9. Juli, 18 Uhr wird es ebenfalls in Berlin eine größere
Veranstaltung gemeinsam mit der Redakteurin Liz Wieskerstrauch (die den
Film gemacht hat) und politischen Vertretern geben. Am 5. November
planen die dortigen Humanisten dasselbe – viele Termine werden folgen.

Die Zeit scheint reif, dass sich humanistische Organisationen ernsthafte und detaillierte Gedanken dazu machen, welche Regelung in Deutschland wir für verantwortbar und wünschenswert halten.

 

Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) unterstützt Elektronische Palliativ-Petition

Aus Presseerklärung der DGHS vom 25.3.:
„ … Leider kommt der Aufbau entsprechender ambulanter Versorgungsstrukturen trotz bereitgestellter Gelder in Höhe von 240 Millionen Euro nur sehr schleppend voran. Die Leidtragenden sind wieder einmal die unheilbar Kranken. Um hier Abhilfe zu schaffen und die Öffentlichkeit für diese unhaltbaren Zustände zu sensibilisieren, unterstützt die DGHS eine Elektronische Petition. … Den Text der Petition finden Sie unten auf dieser Seite. Bitte unterstützen auch Sie das Bemühen um eine bessere Palliativversorgung."
Achtung: Die Mitzeichnungsfrist läuft am 17. April aus!

Weitere Informationen: http://www.palliativnetz-osthessen.de
Zur elektronischen Palliativ-Petition:
https://epetitionen.bundestag.de

 

Belgien: Sterbehilfe auf Wunsch für wen und wen nicht?

Die 93-jährige Amelie Van Esbeen hat sich mit ihrem Verlangen auf Getötet-Werden durchgesetzt. Sie starb am Mittwoch in einem Altenheim bei Antwerpen. Die bettlägerige und fast blinde Frau hatte bereits einen Suizidversuch unternommen. Sie war in einen zehntägigen Hungerstreik getreten (wir berichteten), als ihr Arzt ihr sog. „aktive" Sterbehilfe versagte, weil sie dafür nicht den Belgischen Kriterien einer unheilbaren Krankheit genügte. Medienberichten führte nun ein Mediziner den Tod der Seniorin herbei.
Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama

Sterbehilfe in Belgien offenbar auch bei minderjährigen Todkranken: http://www.aerzteblatt.de/blogs

 

Schweiz / England: Provokation mit Suizidhilfe für jeden

Der Geschäftsführer der Sterbehilfeorganisation Dignitas hat nie einen Hehl aus seinem Anliegen gemacht, auch bei Gesunden Suizidhilfe zu erleisten. In einem Interview mit dem englischen Fernsehunternehmen BBC machte Ludwig Minelli in der vergangenen Woche erneut auf seinen Kampf für dieses „Menschenrecht" aufmerksam. Konkret geht es um eine Kanadische Frau, die ihrem Mann in den Tod folgen möchte.
Damit ist es Minelli gelungen, die von ihm geführte Sterbehilfeorganisation einmal mehr ins Scheinwerferlicht zu rücken. In England, wo zurzeit gesetzliche Neuregelungen debattiert werden, distanzieren sich Befürworter des ärztlich assistierten Suizids von der Haltung von Dignitas.
Quelle mit Link auf BBC-Fernsehbeitrag:
http://bazonline.ch/schweiz/standard/Dignitas-bereitet-Sterbehilfe-fuer-kerngesunde-Frau-vor

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