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Sterbefasten: Natürlicher Suizid wird öffentliches und medizinisches Thema

1. Mai 2014

Innerhalb einer Reportage im Magazin stern-TV (auf RTL) wird am 30.04. ab 22.15 Uhr (Wiederholung am 03.05. ab 3.45 Uhr) ein Ausschnitt aus der Medienprojekt-Wuppertal-Produktion »Sterbefasten Freiheit zum Tod« gezeigt. Diese Dokumentation ist als erste ihrer Art 2013 in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Deutschlands entstanden.

Anschließend gibt es im Studio eine Kontroverse zwischen zwei unterschiedlichen ärztlichen Auffassungen. 

 >> Marion M. war todgeweiht und litt so sehr, dass sie lieber selbstbestimmt sterben wollte. Sie aß und trank nicht mehr. Ein Arzt begleitete ihr Fasten bis zu ihrem Tod. Über einen umstrittenen Suizid. Eine Chance auf Heilung habe es nicht gegeben, sagt die Tochter. Sie hatte ihre Mutter in deren letzten Lebenswochen begleitet. Bei stern TV wird sie erzählen, warum Marion M. sich für diesen Weg entschieden hat, warum das Sterbefasten mit der Videokamera festgehalten werden sollte und wie die Familie die Zeit bis zum Tod von Marion M. erlebt hat. Zu Gast in der Sendung ist außerdem Marion M.s Arzt Hartmut Klähn sowie der Präsident der Ärztekammer Nordrhein Rudolf Henke.<< http://www.stern.de/tv/sterntv/ausweg-sterbefasten-freiwillig-sterben-durch-verzicht-2106602.html


 
Unterstützung durch Spende DVD Sterbefasten als Dankeschön

 Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) verfügt noch über ein Kontingent von DVDs zum (45 minütigen) Dokumentationsfilm Sterbefasten.  Diese DVD erhält als Dankeschön zugeschickt*, wer innerhalb der nächsten Woche eine Online-Spende zur Unterstützung des Anliegens selbstbestimmtes Sterben (als Stichwort angeben) leistet oder sich als Förderer registrieren lässt unter: https://www.patientenverfuegung.de/meine-spendemein-foerder-beitrag

* Dies gilt wegen der hohen Portokosten nicht für das Ausland.

Am 8. Mai kommt bereits ein neuer Film des Medienprojektes Wuppertal zur Premiere:

 Notausgang Eine Dokumentation über Sterbehilfe 
 
Der 90 minütige Film zeigt die Situation in fünf Ländern, darunter in Deutschland, anhand von Fallgeschichten. Er wird 19.30 Uhr wieder in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Deutschlands – in der Urania Berlin (Eintritt 8 Euro) uraufgeführt.
Dort gibt es eine Publikumsdiskussion, zu der aus der Schweiz die Palliativärztin und Sterbehelferin Dr. Erika Preisig eingeladen ist. Außerdem diskutieren mit dem Publikum: Der Sterbehelfer und Psychiater PD Dr. Johann F. Spittler, der betroffene MS-Patienten Stefan Daniel und die Lebens- und Sterbebegleiterin Gita Neumann vom HVD sowie der Regisseur Andreas von Hören. Am 12.05. um 19.30 Uhr gibt es die zweite Aufführung des Filmes im Wuppertaler CinemaxX (Bundesallee 250, Wuppertal-Elberfeld, Eintritt 1, EUR) auch mit Publikumsdiskussion.

 

Fachwelt zum Sterbefasten: Beitrag im Deutschen Ärzteblatt und mehr

 

>> Eine ganz eigene Handlungsweise

Die Einstellung künstlicher Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr bei nicht einwilligungsfähigen Patienten hat im Diskurs über die Reichweite von Patientenverfügungen im Vorfeld der Gesetzgebung 2009 eine () zentrale Rolle gespielt . Im Dritten Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts wurde festgelegt, dass der vorausverfügte oder mutmaßliche Wille unabhängig von Art und Stadium einer Erkrankung maßgeblich ist. Das gilt auch für die künstliche Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr.

Im Gegensatz zu dieser rechtlichen Klarstellung wird in der Christlichen Patientenvorsorge festgestellt, dass die Bereithaltung von Nahrung und Flüssigkeit ethisch geboten ist, wenn sie medizinisch indiziert und wirksam ist, um das Leben zu erhalten. Der Mensch ist zutiefst von jeder Form einer Verweigerung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bei nahen Angehörigen berührt. Das gilt auch für das Miterleben von deren Lebensende, obwohl die Zufuhr von Energie dann nicht mehr nutzbringend ist, und Appetit und Hungergefühl schwinden.

Das Durstgefühl bleibt in der Regel länger erhalten. Da das Durstgefühl in erster Linie über eine trockene Mundschleimhaut vermittelt wird, kann es durch gute professionelle Mundpflege stark gemindert oder sogar verhindert werden. In seltenen Fällen hören schwer kranke Menschen bei noch vorhandenem Appetit mit Essen und Trinken auf << Weiter unter http://www.aerzteblatt.de/pdf/111/14/a590.pdf (Ärzteblatt  Jg. 111 | Heft 14 )

 

Workshop zu Sterbefasten für Menschen, die in der Beratung zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht tätig sind:

Nicht in vertrauter Umgebung gut begleitet rechtzeitig sterben zu dürfen, wird sowohl von den Betroffenen als auch ihren Begleitern als Scheitern, als sinnlos erlebt. Schwerkranke Menschen haben allerdings eine Möglichkeit, selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen – durch den freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Dieses Sterbefasten ist jedoch ethisch und rechtlich umstritten .

Aufgrund der großen Nachfrage für den diesjährigen Workshop, planen wir für 2015 ein erneutes Angebot. Quelle: http://www.christophorus-akademie.de/vernetzen/beraterschulungen/verzicht-auf-nahrung-und-fluessigkeit

 

Internetseite: www.sterbefasten.de

Hier findet sich eine Zusammenschau über das Thema inklusive Hinweis auf das Buch von Boudewijn Chabot und Christian Walther: Ausweg am Lebensende: Selbstbestimmtes Sterben durch freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken (Reinhardt, München, 3. aktualisierte Auflage) dieses diente Marion M. als Informationsquelle und Anstoß.

 

Aus der ZEIT: Fasten als letzte Lösung und als natürlicher Suizid

 >> . Der „freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit“ ist in Hospizen, Pflegeheimen oder Kliniken gar nicht so selten. Wenn Menschen spüren, dass es dem Ende zugeht, stellen sie oft automatisch das Essen und Trinken ein und lassen sich in ihren letzten Tagen nur noch palliativmedizinisch versorgen. Mitunter aber entscheiden sich dafür nicht nur Todkranke, sondern auch Menschen, die noch lange leben könnten. Konkrete Zahlen zu dieser Praxis fehlen. Meist wird darüber der Mantel des Schweigens gedeckt und offiziell ein natürlicher Tod bescheinigt. Der Film über Marion M. macht diese Form des Sterbefastens nun bewusst öffentlich. Die Dokumentation, die in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Deutschland entstand, wirbt offensiv für die „Freiheit zum Tod“ (so der Untertitel) und heizt damit eine heikle Debatte an  … >> Weiter: http://www.zeit.de/2014/16/sterbefasten-natuerlicher-suizid

 

 Letzte Meldung: Gesetz zum Verbot der Suizidhilfe kommt erst im Herbst 2015

 

 

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