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Umdenken: Sterbe-Spezialorganisationen m Wandel

9. April 2013

Unbemerkt hat sich ein Wandel bei einigen altbekannten Organisationen rund um Sterbehilfe und begleitung vollzogen. Zeit, sich einen aktuellen Überblick zu verschaffen. Aufgeführt sind im folgenden nur Lobby-Organisationen, die alle unterschiedliche Modelle von Patientenverfügungen anbieten, selbst aber keine eigenen Einrichtungen oder Projekte für pflegebedürftige, demente oder sterbende Patienten unterhalten. Insofern unberücksichtigt bleiben im folgenden der Deutsche Palliativ- und Hospizverband und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (Zusammenschlüsse von praktisch tätigen Einrichtungen, Ärzten usw.) sowie der Humanistische Verband Deutschlands (der auch und vorrangig im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich praktisch tätig ist).

Bei den Lobby-Organisationen mit dem einzigen Satzungziel, unmittelbar die (Menschen- und Bürger-)Rechte Schwerstkranker, Pflegebedürftiger und Sterbender öffentlich vertreten, haben sich in letzter Zeit Veränderungen ergeben. Und zwar sowohl durch Änderung von Satzungszielen als auch des Namens. So gibt es die Deutsche Hospizstiftung, eine Gründung des Malteserordens aus dem Jahre 1995, unter diesem Namen seit Ende 2012 nicht mehr. Sie heißt jetzt Deutsche Stiftung Patientenschutz.

Dies wird auf ihrer Internetseite (welche sich äußerlich nicht geändert hat) so erklärt:… Die Erfahrungen unserer Arbeit lehrten uns bald, dass es uns nicht nur um die gute Versorgung in Hospizen gehen kann. Deshalb haben wir unseren Blickwinkel geweitet. Die Stiftung hat sich so zu der umfassenden Patientenschutzorganisation entwickelt, die sie heute ist.

Siehe auch:http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Stiftung_Patientenschutz

Aber auch die  Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) hat den Wandel zur Patientenschutzorganisation vollzogen, ihren ursprünglichen Charakter einer Sterbe- und Suizidhilfeorganisation völlig abgelegt und entsprechende Satzungsänderungen vorgenommen. Auf eine Annäherung der DGHS zur Palliativmedizin deutet ihr Dialogprojekt http://www.sterbehilfediskussion.de


Podiumsdiskussion der DGHS in Berlin am 16. April 2013:  

„Selbstbestimmt sterben. Neue Ansätze für ein Umdenken in Deutschland“.

Aus dem Einladungstext:

Die Palliativmedizin ist nicht in der Lage, alle schwer kranken Patienten, die um Hilfe bitten, zu versorgen. In Deutschland fehlt eine angemessene, wertneutrale Beratung zu Fragen am Lebensende. Die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) e.V. möchte deshalb staatlich geförderte und geprüfte Beratungsstellen einrichten. Grundlage bildet das Suizidpräventions-Gesetz (SPG), das die DGHS kürzlich vorstellte. Können solche Beratungsstellen dazu beitragen, kommerzialisierte Sterbehilfe zu unterbinden? Kann Sterbetourismus in die Schweiz vermieden werden?“

Diskussionsteilnehmer sind

  • Uwe-Christian Arnold  (Urologe und Freitodbegleiter, Berlin)
  • Dr. med. Ulrich Meyberg  (DGHS-Präsidiumsmitglied und Psychiater, Reinbek)
  • Dr. med. Matthias Thöns  (Palliativmediziner, Witten)
  • Prof. Dr. Jan Bernheim  (Medizinische Fakultät Universität Brüssel, End-of-Life Research Group) . 
  • Dr. med. Theodor Windhorst  (Präsident Landesärztekammer Westfalen-Lippe)
  • Wolfgang Putz  (Rechtsanwalt für Medizinrecht, München)

Die Veranstaltung findet in der Zeit von 18 bis 20 Uhr statt.

Der Eintritt ist frei.

Ort: Technische Universität Berlin, Hörsaal 112 , Straße des 17. Juni 135 
10623 Berlin-Charlottenburg 
Im BerlinOnline Stadtplan anzeigen

Die DGHS plädiert jetzt dafür, dass in Deutschalnd ein „Suizidpräventionsgesetz“ eingeführt werden soll, um staatlich kontrollierte und finanzierte Beratungsstellen ins Leben zu rufen. Die DGHS vertritt Deutschland längst nicht mehr in Europäischen bzw. internationalen Sterbehilfe-Dachorganisationen. 

Stattdessen hat die World Federation of Right to Die Societies (WFRtDS) im Februar 2013 vielmehr den Hamburger Verein SterbehilfeDeutschland als 2. Deutsche Organisation nach DIGNITAS (Sektion Deutschland) aufgenommen (siehe hier unter Mitglieder bei Germany http://www.worldrtd.net/de/member-organizations )

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